Herzliche Einladung!
Das Buch mit den Instantgeschichten von Andrea Gerster, Lika Nüssli und Monika Slamanig ist da.
Es kostet Fr. 28.- und ist an unseren Lesungen oder beim Verlag Saiten zu kaufen.
Die Buchvernissage: am 18. September, 19.30 Uhr am Literaturfest wortlaut, Büro des Verlags Saiten, St.Gallen
Ausserdem: am 18. September Instantgeschichten für Kinder und Erwachsene (ab 8 Jahren)
Performance in der Freihandbibliothek St.Gallen um 16.30 h und 17.30 h.
http://www.wortlautsg.ch/
unter: Kinder- und Jugendmedien Ostschweiz und Kulturmagazin Saiten
Monday, 6 September 2010
Tuesday, 31 August 2010
Erinnerung an eine Sommerreise
Meine Lieben
Einige von Euch wissen, dass ich im Juli eine Monsterautofahrt in die Schweiz unternommen habe. Die Woche in Bern und Umgebung hat mir sehr gut getan. Erstens habe ich die lange Autofahrt genossen, trotz etwas Stress, ob ich auf dem Rückweg rechtzeitig in Calais eintreffen würde -- es ist doch eher weit. Aber alles hat bestens geklappt, trotz einmal Verfahren, was dazu führte, dass ich kaum Strassenzoll zahlen musste. So wurde die Reise eine Spur billiger und auch schneller. Doch war der Verkehr überaus dicht und das Vorbeifahren an den riesigen Lastern während ein paar intensiven Regengüssen war wie in der Autowaschanlage, bloss mit heftigem Seitenwind -- interessant! Zum Fotografieren bin ich unterwegs kaum gekommen.
Dann war es natürlich wunderbar, alte FreundInnen und meine Familie wieder mal zu sehen. Ich fühle mich auch beruhigt, was die Gesundheit meiner Mutter betrifft: Sie sah wesentlich besser aus, als ich erwartet hatte. Jetzt fliegen meine Eltern dann schon bald für vier Wochen auf die Kanarischen Inseln, und die Wärme und Sonne dort wird ihnen gut tun.
Auch sonst habe ich es sehr genossen, viele Leute zu sehen. Natürlich wäre das auf die Dauer kaum auszuhalten, aber so sechs Tage lang war es sehr schön.
Es war auch fein, endlich mal mit meiner alten England-Freundin Maggi in Südengland länger zu plaudern, zu sehen, wie und wo sie wohnt und lebt und arbeitet. Und festzustellen, dass es keine 30 Autominuten westlich von Heathrow wesentlich weniger unangenehm ist, als ich mir das vorgestellt hatte. Leider fliegen die Flieger genau dann über ihr Gärtchen, wenn das Wetter schön und stabil ist und zum Drausseinsein einlädt, aber über Taplow sind die Maschinen schon ziemlich hoch, so dass der Lärm einigermassen erträglich ist. Dort wohnen möchte ich trotzdem nicht, aber ich habe bei Maggi sehr viel besser geschlafen als hier in Oban.
Schlaflose Nächte hier in Oban haben allerdings bald ein Ende, denn Anfang November ziehe ich in ein kleines Haus in Kilmore, ein winziges Dörfchen ca. 10 Autominuten südlich von Oban auf dem Weg nach Kilmelford und Kilmartin. Das Haus liegt an einem Hang am Ende eines Privatsträsschens. Der "utility room", die grosse Wohnküche (mit grossen Fenstern und direktem Ausgang auf die Holzterrasse und in den Garten) und die zwei kleineren Schlafzimmer haben Südsicht; das grössere Schlafzimmer mit eigener Dusche mit WC/Lavabo, das Bad, das Wohn- und Studierzimmer blicken gegen Norden. Anders rum wäre mir eigentlich lieber, aber so bauten sie hier halt in den 60er/70er Jahren. Ungefähr so alt ist das Haus.
Es gehört einer Bekannten aus dem hiesigen Book Club. Sie ist Spitalapothekerin und hat inzwischen in Inverness Arbeit auf ihrem Gebiet gefunden; ihr Mann arbeitet schon seit ein paar Jahren dort. Das Haus hier wollen sie nicht verkaufen; ich werde also wieder Mieterin. Und jetzt bin ich am Suchen eineR MieterIn für meine Wohnung, denn verkaufen will ich im Moment nicht. Haltet mir die Daumen, bitte.
Zum Glück habe ich immer viel zu tun. Morgen Abend singe ich mit drei Freundinnen und einer Amateur-Swing Band ein Lied aus den frühen 60er Jahren (Blame it on the Bossa Nova –
http://www.youtube.com/watch?v=EGePPsXaX8g) -- das wird spassig! Zudem kommt in ca 3 Wochen der alte Tom, der mir vor zwei Jahren bei der Wohnungsrenovation geholfen hat. Er wird meine 7 hässlichen Tannnenholztürrahmen weiss malen, was die ganze Wohnung optisch heller und grösser erscheinen lassen wird. Die Türblätter hat er ja schon vor zwei Jahren weiss gemalt, was schon viel ausgemacht hat.
Einige von Euch wissen, dass ich im Juli eine Monsterautofahrt in die Schweiz unternommen habe. Die Woche in Bern und Umgebung hat mir sehr gut getan. Erstens habe ich die lange Autofahrt genossen, trotz etwas Stress, ob ich auf dem Rückweg rechtzeitig in Calais eintreffen würde -- es ist doch eher weit. Aber alles hat bestens geklappt, trotz einmal Verfahren, was dazu führte, dass ich kaum Strassenzoll zahlen musste. So wurde die Reise eine Spur billiger und auch schneller. Doch war der Verkehr überaus dicht und das Vorbeifahren an den riesigen Lastern während ein paar intensiven Regengüssen war wie in der Autowaschanlage, bloss mit heftigem Seitenwind -- interessant! Zum Fotografieren bin ich unterwegs kaum gekommen.
Dann war es natürlich wunderbar, alte FreundInnen und meine Familie wieder mal zu sehen. Ich fühle mich auch beruhigt, was die Gesundheit meiner Mutter betrifft: Sie sah wesentlich besser aus, als ich erwartet hatte. Jetzt fliegen meine Eltern dann schon bald für vier Wochen auf die Kanarischen Inseln, und die Wärme und Sonne dort wird ihnen gut tun.
Auch sonst habe ich es sehr genossen, viele Leute zu sehen. Natürlich wäre das auf die Dauer kaum auszuhalten, aber so sechs Tage lang war es sehr schön.
Es war auch fein, endlich mal mit meiner alten England-Freundin Maggi in Südengland länger zu plaudern, zu sehen, wie und wo sie wohnt und lebt und arbeitet. Und festzustellen, dass es keine 30 Autominuten westlich von Heathrow wesentlich weniger unangenehm ist, als ich mir das vorgestellt hatte. Leider fliegen die Flieger genau dann über ihr Gärtchen, wenn das Wetter schön und stabil ist und zum Drausseinsein einlädt, aber über Taplow sind die Maschinen schon ziemlich hoch, so dass der Lärm einigermassen erträglich ist. Dort wohnen möchte ich trotzdem nicht, aber ich habe bei Maggi sehr viel besser geschlafen als hier in Oban.
Schlaflose Nächte hier in Oban haben allerdings bald ein Ende, denn Anfang November ziehe ich in ein kleines Haus in Kilmore, ein winziges Dörfchen ca. 10 Autominuten südlich von Oban auf dem Weg nach Kilmelford und Kilmartin. Das Haus liegt an einem Hang am Ende eines Privatsträsschens. Der "utility room", die grosse Wohnküche (mit grossen Fenstern und direktem Ausgang auf die Holzterrasse und in den Garten) und die zwei kleineren Schlafzimmer haben Südsicht; das grössere Schlafzimmer mit eigener Dusche mit WC/Lavabo, das Bad, das Wohn- und Studierzimmer blicken gegen Norden. Anders rum wäre mir eigentlich lieber, aber so bauten sie hier halt in den 60er/70er Jahren. Ungefähr so alt ist das Haus.
Es gehört einer Bekannten aus dem hiesigen Book Club. Sie ist Spitalapothekerin und hat inzwischen in Inverness Arbeit auf ihrem Gebiet gefunden; ihr Mann arbeitet schon seit ein paar Jahren dort. Das Haus hier wollen sie nicht verkaufen; ich werde also wieder Mieterin. Und jetzt bin ich am Suchen eineR MieterIn für meine Wohnung, denn verkaufen will ich im Moment nicht. Haltet mir die Daumen, bitte.
Zum Glück habe ich immer viel zu tun. Morgen Abend singe ich mit drei Freundinnen und einer Amateur-Swing Band ein Lied aus den frühen 60er Jahren (Blame it on the Bossa Nova –
http://www.youtube.com/watch?v=EGePPsXaX8g) -- das wird spassig! Zudem kommt in ca 3 Wochen der alte Tom, der mir vor zwei Jahren bei der Wohnungsrenovation geholfen hat. Er wird meine 7 hässlichen Tannnenholztürrahmen weiss malen, was die ganze Wohnung optisch heller und grösser erscheinen lassen wird. Die Türblätter hat er ja schon vor zwei Jahren weiss gemalt, was schon viel ausgemacht hat.
Friday, 20 August 2010
Für einmal eine ganz gute Nachricht aus Myanmar (früher Burma)
Meine Lieben alle
Soeben habe ich eine wunderschöne Nachricht erhalten von jemandem, den ich noch gar nie gesehen habe, aber dessen Idee und Leben mich tief beeindrucken. Ihr habt schon von ihm gehört, Toni Rüttimann, auch bekannt als "Toni El Suizo". Er hat in Lateinamerika Brücken aus "Resten" gebaut und ist seit einiger Zeit in Südostasien dran, das Modell zu replizieren. Mit grossem Erfolg.
Doch lest selber, was Toni heute schreibt:
Die Erlaubnis
Yangon, Myanmar, 20. August, 2010
Niemand gab mir grosse Hoffnung: Weder Diplomaten, noch Leute von den Vereinten Nationen, noch Geschäftsmänner, und auch so manche Meldungen in den internationalen Medien nicht.
"Toni, du kannst nicht einfach nach Myanmar hineinlaufen mit einem 'Hallo, ich baue Brücken für die Armen', und meinen, die Regierung werde die Tür für dich öffnen."
Dennoch, genau so geschah es.
Ich übergab in Yangon meinen Brief und die Brückenbilder einem Mitglied der Regierung und vier Tage darauf erhielt ich die Genehmigung aus der Hauptstadt Nay Pyi Taw, die 320 Kilometer weiter nördlich liegt. Vier Tage. Wovon zwei ein Wochenende waren.
Zuoberst, sagte man mir, blieb nur noch eine einzige Frage nach Begutachtung des Dokuments:
"Und dieser Brückenbauer, ist er Teil einer Organisation?"
"Nein, Sir, ist er nicht." Der präsentierende General hatte den Hintergrund prüfen lassen.
"Dann ist es in Ordnung."
Ein schönes Leben
In der heutigen Welt scheint es schwer zu glauben, dass einer einfach durchs Leben gehen kann als Brückenbauer mit den Menschen, ohne Haus und Adresse, ohne Businessplan und Zugehörigkeit zu einer Organisation.
Aber im Falle von Myanmar könnte dies erklären, wieso sich die Tür sofort öffnete.
Das erste Treffen mit dem Vize-Minister, dem ich rapportiere, dauerte nicht die üblichen 10 Minuten sondern eine Stunde. Er stellte Fragen und hörte aufmerksam zu, wie es war, in Kambodscha zu arbeiten, in Vietnam, in Laos, ob und auf welche Weise mir deren Regierung geholfen hatte, und was ich von der Regierung Myanmar's brauchen werde. Dann sagte er:
"Schauen Sie, Toni, ich bin ein Soldat, geboren im Kachin Staat, von wo aus ich durch die ganze Union gezogen bin. Ich kenne das Leben auf dem Lande, und weiss, wie hart es ist für die Bauern. Sie sagen nun, dass Sie den Bauern seit Ihrem 19. Lebensjahr helfen. Und gratis."
Er blickte mir gerade in die Augen, "Sagen Sie mir, wirklich: Warum tun Sie das?"
"Aus drei Gründen, Sir", sagte ich langsam.
"Erstens, weil ich das Leiden der Leute hinter den Flüssen sehe, und weiss, wie wir es lindern können. Zweitens, weil ich zum Brückenbauer geboren wurde. Ich schaue zurück und erkenne den Weg. Drittens, und am wichtigsten, weil ich es wirklich tun will. Jeden Tag. Denn auch wenn man weiss wie, und auch wenn es in seinem Schicksal steht, wenn man es nicht tun will, passiert gar nichts."
Der Vize-Minister schaute seine Hände auf dem Tisch an. Eine Minute völliger Stille an einem grossen Sitzungstisch ist eine lange Zeit für all die anderen Anwesenden.
Schliesslich schaute er auf, und sagte ernst, aber herzlich:
"Sie haben ein sehr schönes Leben, Toni. Ich wünschte, ich könnte dies in meinem Leben tun. Bitte sagen Sie uns, was wir tun können, um Ihnen zu helfen. Sagen Sie es uns wirklich."
Das Resultat
Heute, 20 Monate danach, sind 25 Brücken fertiggestellt und 12 weitere im Bau, für insgesamt rund 300'000 burmesische Bauern in diesem weiten Land. 300'000 Menschen. So hoch ist die Bevölkerungsdichte hier und so hoch die Nützlichkeit der Brücken.
Die Behörden von Myanmar haben sofort geholfen mit Importerlaubnissen für die 28 Schiffscontainer mit Stahl und Seilen aus Argentinien, Brasilien, Italien, der Türkei und der Schweiz, sowie für einen alten Kranlastwagen aus Thailand. Sie leihen uns einen sicheren Lager- und Schweissplatz in einer staatlichen Werft in Yangon. Und von dort unterstützen sie uns mit Langstreckentransporten ins ganze Land mit Lastwagen, Boot und Eisenbahn.
Uns bleiben hier noch weitere 370 Tonnen an Material für weitere 30 Brücken oder so. Wenn all dies eingesetzt ist, kann es durchaus bedeuten, dass eine halbe Million Burmesen dann eine Brücke über ihre Wasser haben.
Der Gedanke bringt mich zum Staunen. Wie einfach wäre es gewesen, es nicht zu versuchen, nicht zu hoffen, nicht den ersten Schritt und dann all die folgenden zu tun.
Gut habe ich's versucht.
Toni El Suizo, Brückenbauer
MPJ's PS: Leider ist es mir nicht gelungen, Tonis schöne Fotos aus Myanmar hierhin zu transferieren. Und eine Website hat der Weltenbummler auch nicht. Aber es gibt natürlich viele andere Fans von Toni. Swissinfo hat eine Seite über ihn und auch auf Wikipedia finden sich Informationen über Toni.
Soeben habe ich eine wunderschöne Nachricht erhalten von jemandem, den ich noch gar nie gesehen habe, aber dessen Idee und Leben mich tief beeindrucken. Ihr habt schon von ihm gehört, Toni Rüttimann, auch bekannt als "Toni El Suizo". Er hat in Lateinamerika Brücken aus "Resten" gebaut und ist seit einiger Zeit in Südostasien dran, das Modell zu replizieren. Mit grossem Erfolg.
Doch lest selber, was Toni heute schreibt:
*****
Die Erlaubnis
Yangon, Myanmar, 20. August, 2010
Niemand gab mir grosse Hoffnung: Weder Diplomaten, noch Leute von den Vereinten Nationen, noch Geschäftsmänner, und auch so manche Meldungen in den internationalen Medien nicht.
"Toni, du kannst nicht einfach nach Myanmar hineinlaufen mit einem 'Hallo, ich baue Brücken für die Armen', und meinen, die Regierung werde die Tür für dich öffnen."
Dennoch, genau so geschah es.
Ich übergab in Yangon meinen Brief und die Brückenbilder einem Mitglied der Regierung und vier Tage darauf erhielt ich die Genehmigung aus der Hauptstadt Nay Pyi Taw, die 320 Kilometer weiter nördlich liegt. Vier Tage. Wovon zwei ein Wochenende waren.
Zuoberst, sagte man mir, blieb nur noch eine einzige Frage nach Begutachtung des Dokuments:
"Und dieser Brückenbauer, ist er Teil einer Organisation?"
"Nein, Sir, ist er nicht." Der präsentierende General hatte den Hintergrund prüfen lassen.
"Dann ist es in Ordnung."
Ein schönes Leben
In der heutigen Welt scheint es schwer zu glauben, dass einer einfach durchs Leben gehen kann als Brückenbauer mit den Menschen, ohne Haus und Adresse, ohne Businessplan und Zugehörigkeit zu einer Organisation.
Aber im Falle von Myanmar könnte dies erklären, wieso sich die Tür sofort öffnete.
Das erste Treffen mit dem Vize-Minister, dem ich rapportiere, dauerte nicht die üblichen 10 Minuten sondern eine Stunde. Er stellte Fragen und hörte aufmerksam zu, wie es war, in Kambodscha zu arbeiten, in Vietnam, in Laos, ob und auf welche Weise mir deren Regierung geholfen hatte, und was ich von der Regierung Myanmar's brauchen werde. Dann sagte er:
"Schauen Sie, Toni, ich bin ein Soldat, geboren im Kachin Staat, von wo aus ich durch die ganze Union gezogen bin. Ich kenne das Leben auf dem Lande, und weiss, wie hart es ist für die Bauern. Sie sagen nun, dass Sie den Bauern seit Ihrem 19. Lebensjahr helfen. Und gratis."
Er blickte mir gerade in die Augen, "Sagen Sie mir, wirklich: Warum tun Sie das?"
"Aus drei Gründen, Sir", sagte ich langsam.
"Erstens, weil ich das Leiden der Leute hinter den Flüssen sehe, und weiss, wie wir es lindern können. Zweitens, weil ich zum Brückenbauer geboren wurde. Ich schaue zurück und erkenne den Weg. Drittens, und am wichtigsten, weil ich es wirklich tun will. Jeden Tag. Denn auch wenn man weiss wie, und auch wenn es in seinem Schicksal steht, wenn man es nicht tun will, passiert gar nichts."
Der Vize-Minister schaute seine Hände auf dem Tisch an. Eine Minute völliger Stille an einem grossen Sitzungstisch ist eine lange Zeit für all die anderen Anwesenden.
Schliesslich schaute er auf, und sagte ernst, aber herzlich:
"Sie haben ein sehr schönes Leben, Toni. Ich wünschte, ich könnte dies in meinem Leben tun. Bitte sagen Sie uns, was wir tun können, um Ihnen zu helfen. Sagen Sie es uns wirklich."
Das Resultat
Heute, 20 Monate danach, sind 25 Brücken fertiggestellt und 12 weitere im Bau, für insgesamt rund 300'000 burmesische Bauern in diesem weiten Land. 300'000 Menschen. So hoch ist die Bevölkerungsdichte hier und so hoch die Nützlichkeit der Brücken.
Die Behörden von Myanmar haben sofort geholfen mit Importerlaubnissen für die 28 Schiffscontainer mit Stahl und Seilen aus Argentinien, Brasilien, Italien, der Türkei und der Schweiz, sowie für einen alten Kranlastwagen aus Thailand. Sie leihen uns einen sicheren Lager- und Schweissplatz in einer staatlichen Werft in Yangon. Und von dort unterstützen sie uns mit Langstreckentransporten ins ganze Land mit Lastwagen, Boot und Eisenbahn.
Uns bleiben hier noch weitere 370 Tonnen an Material für weitere 30 Brücken oder so. Wenn all dies eingesetzt ist, kann es durchaus bedeuten, dass eine halbe Million Burmesen dann eine Brücke über ihre Wasser haben.
Der Gedanke bringt mich zum Staunen. Wie einfach wäre es gewesen, es nicht zu versuchen, nicht zu hoffen, nicht den ersten Schritt und dann all die folgenden zu tun.
Gut habe ich's versucht.
Toni El Suizo, Brückenbauer
*****
MPJ's PS: Leider ist es mir nicht gelungen, Tonis schöne Fotos aus Myanmar hierhin zu transferieren. Und eine Website hat der Weltenbummler auch nicht. Aber es gibt natürlich viele andere Fans von Toni. Swissinfo hat eine Seite über ihn und auch auf Wikipedia finden sich Informationen über Toni.
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Saturday, 12 June 2010
Entgleister Zug bei Cruachan Kraftwerk vom Gleis gehievt
Gestern wurde der am Sonntag Abend entgleiste Bahnwagen vom Geleise gehievt. Hier das Video der Oban Times:
Es hat so lange gedauert, weil zuerst die Strasse, die an der Stelle als Lehnenviadukt ausgebaut ist, für das unerwartet hohe Gewicht verstärkt werden musste. Zudem musste der schwere Kranwagen von Glasgow heraufgebracht werden, da in Oban kein solches Fahrzeug deponiert ist.
Die Strasse dürfte bald wieder für den Verkehr geöffnet werden. Wann das Bahntrassee geöffnet wird, steht noch nicht fest.
Mehr auch hier:
http://news.bbc.co.uk/1/hi/scotland/8736322.stm
und hier:
http://forargyll.com/2010/06/a85-closure-scotrail-to-run-oban-taynuilt-minibus-from-11th-june/
Es hat so lange gedauert, weil zuerst die Strasse, die an der Stelle als Lehnenviadukt ausgebaut ist, für das unerwartet hohe Gewicht verstärkt werden musste. Zudem musste der schwere Kranwagen von Glasgow heraufgebracht werden, da in Oban kein solches Fahrzeug deponiert ist.
Die Strasse dürfte bald wieder für den Verkehr geöffnet werden. Wann das Bahntrassee geöffnet wird, steht noch nicht fest.
Mehr auch hier:
http://news.bbc.co.uk/1/hi/scotland/8736322.stm
und hier:
http://forargyll.com/2010/06/a85-closure-scotrail-to-run-oban-taynuilt-minibus-from-11th-june/
Wednesday, 9 June 2010
25 Monate in Oban...
Hallihalloo!
Zur Zeit sind mein jüngster Bruder und meine Schwägerin hier zu Besuch. Ich geniesse es sehr und habe den Eindruck, es gefällt ihnen hier. Es ist das erste Mal, dass wir mehr als ein paar Stunden zusammen verbringen, seit Rolf und ich Teenager waren. Spannend!
Die beiden haben bis jetzt überaus grosses Wetterglück. Gestern Abend waren wir im Waypoint Bar and Grill, dem kleinen Restaurant in der Oban Marina an der Nordspitze der Insel Kerrera zum Nachtessen. Da hatten wir zum ersten Mal etwas Regen, aber ganz sanft und fein -- wir wurden kaum nass, und Judith sah auf dem Nachhauseweg ihren ersten 1/8 Regenbogen (sie meinte, es sei ja hier gar nicht schottisches Wetter; ihre Freunde, zur Zeit auf Sardinien, hätten mehr Regen als wir hier).
Heute Vormittag hats wieder ein wenig geregnet; die beiden sind im Städtchen. Morgen reisen sie via Mull nach Iona , wo sie vor allem die Iona Abbey besuchen wollen. Der Wetterbericht ist wieder sehr gut, und bereits sind die Wolken viel heller. Am Nachmittag werden wir wohl Sonne haben. Ich bin heute zuhause angebunden, da am Nachmittag wie jeden Mittwoch zwei Privatschülerinnen hierher kommen. Ist schon ok, und bringt ja auch ein wenig Geld.
Gestern/Heute feiere ich 25 Monate Oban -- die Zeit ist irre schnell vorbei gegangen, wirklich wie im Flug, auch wenn das ein Cliché ist. Meine Nachbarn haben dazu gelernt und sind sehr viel rücksichtsvoller geworden – so kann ich viele Stunden wirkliche Stille geniessen, ohne weit reisen zu müssen.
Ich geniesse es immer noch und immer wieder, hier zu leben, wenn ich auch ab und zu Familienangehörige und alte FreundInnen vermisse. Ich will es einrichten, Euch bald einmal zu besuchen.
Und falls Ihr von einem Zugunglück zwischen Glasgow und Oban gehört habt: Ja, letzten Sonntag ist wegen Steinschlag der Abendzug von Glasgow nach Oban entgleist, ganz in der Nähe des Cruachan Kraftwerks, das wir ja besucht haben. Der vordere Wagen hängt noch schräg übers Bord hinaus und könnte auf die Strasse darunter fallen, vielleicht sogar ins Loch Awe. Deshalb ist auch die Strasse gesperrt. Es herrscht, soviel ich weiss, immer noch grosses Köpfekratzen, weil in Oban kein Kranwagen steht und alles von Glasgow her eingefahren werden muss. Der hintere Wagen hält den entgleisten vorderen Wagen bisher an Ort; es wird also ziemlich kompliziert.
Hier findet Ihr allenfalls mehr und sehr aktuelle Informationen, halt nur auf Englisch:
http://en.wikipedia.org/wiki/Falls_of_Cruachan_derailment
und hier ein erstes Video:
Die Passagiere im entgleisten Wagen müssen schreckliche Minuten erlebt haben, und alle wurden geschreckt, als beide Wagen Feuer fingen. Es scheint aber, dass diese Brände schnell gelöscht wurden. Eine meiner Bekannten war im vorderen Wagen und trug Schürfungen und zerschlagene Lippen davon; sonst ist sie wohlauf, obschon ihr der Schreck noch heute in den Gliedern steckt.
Oban war die ganze Nacht von Sonntag auf Montag von Lärm erfüllt: Helikopter, Feuerwehr, Ambulanzen... Ich dachte mir schon, dass etwas Schlimmes passiert sei, aber eine Entgleisung kam mir nicht in den Sinn.
Von hier aus ist die Auswirkung deutlich spürbar, im Sinne von sehr viel weniger Verkehr. Das tut der Touristenseite nicht besonders gut... Wir können nur hoffen, dass die Eisenbahngesellschaft die Sicherungsvorkehrungen an der von Steinschlag gefährdeten Flanke des Ben Cruachan bald verbessert!
Soviel für heute. Um die Wirtschaft ein wenig anzukurbeln will ich jetzt einkaufen gehen. Inzwischen scheint hier wieder die Sonne und ist es deutlich wärmer als am Morgen.
Häbets guet und tragt Euch Sorge!
Zur Zeit sind mein jüngster Bruder und meine Schwägerin hier zu Besuch. Ich geniesse es sehr und habe den Eindruck, es gefällt ihnen hier. Es ist das erste Mal, dass wir mehr als ein paar Stunden zusammen verbringen, seit Rolf und ich Teenager waren. Spannend!
Die beiden haben bis jetzt überaus grosses Wetterglück. Gestern Abend waren wir im Waypoint Bar and Grill, dem kleinen Restaurant in der Oban Marina an der Nordspitze der Insel Kerrera zum Nachtessen. Da hatten wir zum ersten Mal etwas Regen, aber ganz sanft und fein -- wir wurden kaum nass, und Judith sah auf dem Nachhauseweg ihren ersten 1/8 Regenbogen (sie meinte, es sei ja hier gar nicht schottisches Wetter; ihre Freunde, zur Zeit auf Sardinien, hätten mehr Regen als wir hier).
Heute Vormittag hats wieder ein wenig geregnet; die beiden sind im Städtchen. Morgen reisen sie via Mull nach Iona , wo sie vor allem die Iona Abbey besuchen wollen. Der Wetterbericht ist wieder sehr gut, und bereits sind die Wolken viel heller. Am Nachmittag werden wir wohl Sonne haben. Ich bin heute zuhause angebunden, da am Nachmittag wie jeden Mittwoch zwei Privatschülerinnen hierher kommen. Ist schon ok, und bringt ja auch ein wenig Geld.
Gestern/Heute feiere ich 25 Monate Oban -- die Zeit ist irre schnell vorbei gegangen, wirklich wie im Flug, auch wenn das ein Cliché ist. Meine Nachbarn haben dazu gelernt und sind sehr viel rücksichtsvoller geworden – so kann ich viele Stunden wirkliche Stille geniessen, ohne weit reisen zu müssen.
Ich geniesse es immer noch und immer wieder, hier zu leben, wenn ich auch ab und zu Familienangehörige und alte FreundInnen vermisse. Ich will es einrichten, Euch bald einmal zu besuchen.
Und falls Ihr von einem Zugunglück zwischen Glasgow und Oban gehört habt: Ja, letzten Sonntag ist wegen Steinschlag der Abendzug von Glasgow nach Oban entgleist, ganz in der Nähe des Cruachan Kraftwerks, das wir ja besucht haben. Der vordere Wagen hängt noch schräg übers Bord hinaus und könnte auf die Strasse darunter fallen, vielleicht sogar ins Loch Awe. Deshalb ist auch die Strasse gesperrt. Es herrscht, soviel ich weiss, immer noch grosses Köpfekratzen, weil in Oban kein Kranwagen steht und alles von Glasgow her eingefahren werden muss. Der hintere Wagen hält den entgleisten vorderen Wagen bisher an Ort; es wird also ziemlich kompliziert.
Hier findet Ihr allenfalls mehr und sehr aktuelle Informationen, halt nur auf Englisch:
http://en.wikipedia.org/wiki/Falls_of_Cruachan_derailment
und hier ein erstes Video:
Die Passagiere im entgleisten Wagen müssen schreckliche Minuten erlebt haben, und alle wurden geschreckt, als beide Wagen Feuer fingen. Es scheint aber, dass diese Brände schnell gelöscht wurden. Eine meiner Bekannten war im vorderen Wagen und trug Schürfungen und zerschlagene Lippen davon; sonst ist sie wohlauf, obschon ihr der Schreck noch heute in den Gliedern steckt.
Oban war die ganze Nacht von Sonntag auf Montag von Lärm erfüllt: Helikopter, Feuerwehr, Ambulanzen... Ich dachte mir schon, dass etwas Schlimmes passiert sei, aber eine Entgleisung kam mir nicht in den Sinn.
Von hier aus ist die Auswirkung deutlich spürbar, im Sinne von sehr viel weniger Verkehr. Das tut der Touristenseite nicht besonders gut... Wir können nur hoffen, dass die Eisenbahngesellschaft die Sicherungsvorkehrungen an der von Steinschlag gefährdeten Flanke des Ben Cruachan bald verbessert!
Soviel für heute. Um die Wirtschaft ein wenig anzukurbeln will ich jetzt einkaufen gehen. Inzwischen scheint hier wieder die Sonne und ist es deutlich wärmer als am Morgen.
Häbets guet und tragt Euch Sorge!
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Friday, 4 June 2010
Wie wärs mit etwas abgespeckter Polizei?
Meine Lieben
Heute hat mir eine Freundin ein Video geschickt, das ich niemandem vorenthalten möchte. Viel Vergnügen, Ladies:
Heute hat mir eine Freundin ein Video geschickt, das ich niemandem vorenthalten möchte. Viel Vergnügen, Ladies:
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Saturday, 22 May 2010
Der erste richtige Sommertag
Heute war hier in Oban der erste richtige Frühsommertag -- Sonnenbaden, Gartenarbeit, Segeln, sogar Schwimmen war heute angesagt. Die ca. 10 Minuten nördlich von Oban in Dunstaffnage gelegene Schottische Vereinigung für Meereswissenschaften (SAMS – Scottish Association for Marine Science) hat ein Festival organisiert, das am 21.5. angefangen hat und bis am 31.5.2010 dauert. Heute war Tag der offenen Tür beim "Lifeboat" (Seerettung), beim "Lighthouse Boat" (Unterhalt der Leuchttürme und Leuchtboyen) und beim Oban Segelclub. Für wenig Geld hätte man auch Probeläufe im Meerkajak oder Kanadischen Kanu machen können.
Mich verschlugs am frühen Morgen an den Hafen von Oban, der unter einer dicken Nebelschicht lag.
Danach zurück zum Haushalten (Aufräumen, Waschen nach Besuch aus Belgien), Einkaufen und etwas Gartenarbeit, während die Waschmaschine lief.
Die Blumenrabatte sieht ganz passabel aus – schöne Überraschungen gibts immer wieder, so zum Beispiel die gelbe "Multi-Tulpe" (oben) und die gelben Mohnblumen (unten), die in den Mombretien wachsen, neben einer hohen Akelei, Goldlack und Alkanet (einer Färberpflanze für rot).
Schliesslich beschloss ich, mit dem Velo ans Wasser zu fahren. Und da kam ich ganz unverhofft zu einem kurzen Segelabenteuerchen auf einem Segelboot -- nur eine knappe halbe Stunde, aber wirklich toll, mit gutem Wind und in guten Händen.
Am Abend fuhren eine Freundin und ich eine halbe Stunde südwärts nach Isle of Seil / Ellenabeich, um Gedichte, Gesang und Musik zum Thema Meer zu geniessen. So sahs dort bei unserer Ankunft um 19h15 aus:
Und so sah es ca. 1 h später aus – der aufziehende Nebel hat alles eingehüllt; die Sonne dringt kaum noch durch. Es ist emfpindlich kühler geworden.
Auf der Heimfahrt fuhren wir minutenlang durch stockdicken Nebel, doch in Oban war die Sicht wieder ganz klar. Richtig mysteriös.
Mich verschlugs am frühen Morgen an den Hafen von Oban, der unter einer dicken Nebelschicht lag.
Danach zurück zum Haushalten (Aufräumen, Waschen nach Besuch aus Belgien), Einkaufen und etwas Gartenarbeit, während die Waschmaschine lief.
Die Blumenrabatte sieht ganz passabel aus – schöne Überraschungen gibts immer wieder, so zum Beispiel die gelbe "Multi-Tulpe" (oben) und die gelben Mohnblumen (unten), die in den Mombretien wachsen, neben einer hohen Akelei, Goldlack und Alkanet (einer Färberpflanze für rot).
Schliesslich beschloss ich, mit dem Velo ans Wasser zu fahren. Und da kam ich ganz unverhofft zu einem kurzen Segelabenteuerchen auf einem Segelboot -- nur eine knappe halbe Stunde, aber wirklich toll, mit gutem Wind und in guten Händen.
Am Abend fuhren eine Freundin und ich eine halbe Stunde südwärts nach Isle of Seil / Ellenabeich, um Gedichte, Gesang und Musik zum Thema Meer zu geniessen. So sahs dort bei unserer Ankunft um 19h15 aus:
Und so sah es ca. 1 h später aus – der aufziehende Nebel hat alles eingehüllt; die Sonne dringt kaum noch durch. Es ist emfpindlich kühler geworden.
Auf der Heimfahrt fuhren wir minutenlang durch stockdicken Nebel, doch in Oban war die Sicht wieder ganz klar. Richtig mysteriös.
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