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Friday, 8 February 2013

Traurige Zeiten

Im Lauf von weniger als zehn Tagen wurde der hiesigen ForscherInnengemeinde bei SAMS – Scottish Association for Marine Science – völlig unerwartet gleich zwei Mitglieder für immer entrissen:
Am Samstag, 19. Januar 2013 kam Christopher Bell, ein junger Doktorand aus Lancashire, in einem grossen Schneebrett in Glencoe ums Leben. Die Lawine riss auch vier weitere junge Menschen in den Tod. Ein junger Mann konnte sich mit viel Glück und dank guten Reflexen retten. Die sechste Person, eine junge Frau erlitt schlimme Kopfverletzungen. Soweit ich weiss, ist sie noch in Glasgow hospitalisiert. Die überaus talentierten jungen Menschen waren alle versierte WinterbergsteigerInnen, gut trainiert und ausgerüstet. Keine der sechs war über 29.
SAMS trauerte noch um den vielversprechenden Doktoranden, als ein zweites, noch unerwarteteres Unglück einen der beliebtesten SAMS-Forscher dem Leben entriss:
Am Sonntag, 27. Januar 2013 ging Dr. Tim Boyd, der 55-jährige Mann einer meiner Bekannten und (Stief-)Vater von drei Töchtern, mit seinen Hunden spazieren. Auf der Jubilee Bridge, einem Holzsteg über die Salzwiese (tidal marsh/salt marsh) im Loch Laich, wurde er von einem Blitz erschlagen. Der Tag war regnerisch und kalt, doch war von Gewitter weit und breit keine Spur. Ab und zu gibt es hier Wetterbedingungen, bei denen aus "heiterem Himmel" ein einziger Blitz in die Erde fährt.
Tim Boyd war Physischer Ozeanograph, ein wunderbarer Vater, Lehrer, Forscher. An der Gedenkfeier für ihn, die hier in Oban gestern stattfand, wurde der grossen Trauergemeinde klar, was für ein Verlust sein Tod für seine Familie und die wissenschaftliche Gemeinschaft bedeutet. Er und seine Frau und die Töchter kamen ungefähr ein Jahr vor mir aus Corvallis in Oregon in die Gegend von Oban.
Ich habe zahlreiche Bekannte, die in der einen oder anderen Kapazität bei SAMS arbeiten. Wir sind alle erschüttert und eigentlich sprachlos. Es war traurig, Tims Ursprungsfamilie zuzuhören, die ihre erste Schottlandreise so viel lieber aus einem freudigeren Anlass gemacht hätten...
Es war aber auch erhebend, die vielen lustigen Geschichten zu vernehmen, die seine Familie und FreundInnen über ihn zu erzählen hatten. Der Anlass war die würdige Feier eines einflussreichen Lebens.

Thursday, 20 December 2012

Winterabend in Oban

Jetzt geht es steil auf die Festtage zu, und die Lunch- und Dinner-Einladungen häufen sich.

So kam ich zum Beispiel gestern wieder Mal in den Genuss eines Abends ganz nach meinem Gusto.

Mit fünf Freundinnen ging ich in unser im August 2012 wunderbarerweise (und nicht zuletzt dank eines spendablen Hoteliers in der Nähe von Oban) wieder auferstandenes "community" Kino: Oban Phoenix Cinema wird von einem bezahlten Komitee und vielen Freiwilligen betrieben und macht keinen Profit. Der Film war Great Expectations (Regie: Mike Newell) und trotz ein paar Längen sehr schön.


Anschliessend kamen einige von ihnen zu mir zum Souper: Es gab tatsächlich frisch gekochte Gemüsesuppe (Bio-Karotten, Bio-Lauch, Bio-Kastanien, weisse Rübe und Kartoffeln aus dem eigenen Garten; für die Nicht-Vegetarierinnen unter uns köchelten am Schluss noch schöne Bio-Pouletbruststücke mit. Zubereitet am Nachmittag und in grosser Eile war sie doch sehr lecker. Dazu trugen meine Freundinnen eine schöne Käseauswahl bei und – ganz schottisch: Oatcakes. Getrunken haben wir entweder Schwarztee (sehr schottisch) oder eher unschottischen Grenache rosé aus dem Pays d'Oc. Abgerundet wurde alles mit Crème-brulée-Eis und frischen Himbeeren.

Ich koche liebend gerne, wenn auch nicht unbedingt 5-Sterne-mässig, und wenn ich für Gäste kochen darf, machts noch mehr Spass.

Monday, 27 August 2012

Grianan

Fotos von meinem schon nicht mehr so neuen Zuhause in Oban. Vor Kurzem konnte ich den Mietvertrag bis Mitte Oktober 2013 verlängern. Danach sehe ich weiter...
(Übrigens: Falls Fotos angeschnitten erscheinen, einfach darauf klicken und Grossansicht "geniessen"!)

"Grianan": Teil des Holzgeländers der Zugangstreppe, Haustür, Badezimmerfenster
"Grianan": Blick vom Gartenhaus in Richtung Südwesten.
Die strassenseitige Ecke des Kings Knoll Hotel macht den Horizont.
"Grianan": Blick von der Strasse in die nordöstliche Ecke des Gartens mit Gartenhaus,
Nachbarhaus und Fenster meines Gästezimmers.
Oben: "Grianan": Blick von der Strasse in Richtung Süden. Vlnr: Hausecke "Grianan", gefolgt von Gemüsegarten sowie Nachbarsgarten und -haus ("Victoria Villa").
Wohnzimmer noch ohne Bilder.
Gleich am ersten Tag nach dem Einzug nahm Surfira, meine heissgeliebte Katze "für ein Jahr"
Beschlag vom Sofarücken. Von hier aus hatte sie einen guten Überblick über die Umgebung.
Am 24. August 2012 kehrte sie zu ihrer angestammten Familie zurück.
Ende Januar 2012 schien die Sonne durchs Esszimmer und zeichnete den Schatten
von Surfira auf die Wohnzimmerwand neben dem Sofa.
Mein Esszimmer ist auch schon als Bibliothek bezeichnet worden. Ich unterrichte hier, lese, esse mit meinen Gästen...
Teilansicht meines Esszimmers – ich hatte gerade lieben Besuch aus der Schweiz.
Das Wohnzimmer hat einen kleinen Holzofen. Durch meine endlich Vorhang-gezierte Gartentüre sieht man im Bild rechts auf den Rasen und ein paar Hausdächer/Häuser im kleinen Quartier unten am Abhang.

"Grianan": Blick vor dem Haus. Vor Wohn- und kleinem Schlafzimmer liegt eine Sonnenterrasse
(das Velo steht inzwischem im Gartenhaus).
Das Tal zwischen "Grianan" und dem Horizont heisst Longsdale – "Tal der Schiffe" (ein skandinavisches Wort).
Die Häuser verdecken  den Blick auf eine ansehnliche Siedlung mit Dutzenden von weiteren Häusern.
Waschtag! Neben "Grianan" in Blickrichtung Süden liegt oben am steilen,
mit fast das ganze Jahr über blühenden Büschen Abhang ein Stück Rasen mit Wäscheleinen.

Gleich anschliessend folgt ein relativ grosser Gemüsegarten. Dieses Bild entstand im November 2011,
da war noch nicht gejätet und angepflanzt.
Der Blick aus meinem Küchenfenster geht über den Parkplatz des Nachbarhäuschens und fällt auf eine Ecke des Kings Knoll Hotel, von wo aus die Hauptstrasse steil an die Bucht von Oban hinunter führt.


Oben: Blick auf die Hauptstrasse, die von Norden nach Oban hinunter führt.
Grianan steht ungefähr auf halber Höhe von der Krete zum Wasser etwas unterhalb der Strasse, von wo aus man bloss die obersten Ziegelreihen des Daches sieht.  Ein Dutzend Stufen führen von der Strasse zum Hauseingang hinunter.
Unten: Wochenlang konnte ich die feinsten Beeren ernten!
Unten rechts: Das Ergebnis eines kurzen "Raubzuges" durch meinen Garten.

Auf der anderen Seite des Häuschens "Grianan",
zwischen der Giebelwand und dem Nachbarhaus
in nordöstlicher Richtung, steht ein rundes
Dutzend Himbeerstauden.




Badezimmer. Nicht im Bild: links hinter der Türe steht eine Badewanne.
Angeschnitten rechts: Dusche mit doppelter, viertelrunder Glasschiebetüre.
Gästezimmer in "Grianan".
Das angenehm grosse Doppelbett in meinem Gästezimmer.
Wenn chunnsch oder chömeter? :)

Monday, 25 June 2012

Viiiiielen Dank!

Liebe Alle

Ganz, ganz vielen Dank für alle Eure Geburtstagswünsche und -grüsse, für die Blumen, die Geschenke, die £100 für Oban Concern for Palestine gespendet ...

... und natürlich ganz besonderen Dank an mein Mueti für sein ermutigendes Dasein, das Lied und die Blumen zum Tag, meinem Vater für seine guten Wünsche, und meiner ganzen Familie für Grüsse und Karten und und und...

Mein Neffe Ricardo hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich letzten Samstag 56,4 Millionen Kilometer weit um die Sonne gereist bin! Wow!

Quizfrage: Wie manches Jahr haben wir auf dem Planet Erde dafür gebraucht? ;)

Herzlichste Grüsse in die Runde und alles Gute!

Peace! Pax! ¡Paz! Frieden! Paix! Pace! Shalom! Fois! Sìth! Eirene! Salaam!
[/) Blogger will offenbar keine griechischen oder arabischen Buchstaben hier]

PS: Mehr Fotos vom Fest und so gibts übrigens hier:
http://www.flickr.com

Saturday, 17 September 2011

Haus gesucht – und gefunden!

Letzten Samstag Abend kam am Ende eines strengen Tages ein ziemlicher Hammer... Ich erwiderte einen Anruf, der im Lauf des Tages hereingekommen war: Meine Hausbesitzer wollen in unsere Gegend zurück kommen und haben mir auf Mitte November gekündigt – bloss eine Woche länger als ein Jahr, seit ich hier eingezogen bin!

Nun muss ich also schon bald wieder weg von Woodburn in Kilmore. Ich werde die netten Nachbarinnen und den wunderbaren Garten mit Bächlein vermissen.

Zum Glück habe ich lokal gute Beziehungen und – via facebook – bereits wieder eine Bleibe gefunden. Um den 22. Oktober gehts zurück nach Oban. Es wird dort weniger paradiesisch ruhig sein, doch ist das neue Haus, Grianan (gälisch für Sonnmatt – und meine spätere Kindheit hatte ich in Münsingen am Sonnmattweg verbracht),  eine etwas bescheidenere Angelegenheit, etwas kleiner und kompakter, und an einem sonnigen Hang gelegen mit weitem Blick über den Westteil von Oban.

So werde ich auch im Winter mehr Sonne haben als hier in Kilmore, wo es die Sonne letzten 21. Dezember grad zehn Minuten in meine Küche schaffte und wo ich oft extrem heizen musste, um nicht zu frieren.

Auch einen sonnigen Garten hat es um Grianan herum, halt ohne Bächlein, dafür bin ich lediglich fünf Fussminuten von der Oban Bay entfernt und kann mich so am Wasser aufhalten. Und wärmer wird das aus Backstein gebaute Haus mit einem neuen Holzofen im Wohnzimmer auch. In Kilmore wohne ich in einem schlecht isolierten Holzrahmenbau aus den 70er-Jahren, als hier noch kein Mensch an Umweltschutz und Nachhaltigkeit dachte – dafür zahlen wir uns jetzt in diesen schlecht isolierten Häusern mit veralteten elektrischen Speicherofen dumm und dämlich und vergeuden viel Energie.

Nach dem ersten Schock der Überraschung und der Panik – Wo ziehe ich hin? Wie krieg ich Grossauftrag, Haussuche, Umzug etc. auf die Reihe? – fühle ich mich ganz gut, denn der nächste kalte Winter kommt bestimmt, und ich fror letzten Winter oft. Grianan, aus den 1940er oder 50er Jahren, ist besser isoliert und hat Gasheizung und -kochherd. In der Übergangszeit kann ich den Holzofen einfeuern und schön warm haben, ohne das ganze Haus heizen zu müssen.


Und Surfira (sprich Safira), meine "Katze für ein Jahr", wird sich schnell einleben. Das lustige, kluge Tier kommt mit allem klar, sofern man sie geduldig und liebevoll behandelt.

Ein Gästezimmer wird es auch in Oban wieder haben, doch leider keine eigene Gästedusche mehr, und Besuch wird sich das Bad mit mir teilen müssen. Doch ist das eine Kleinigkeit, vorausgesetzt, Gäste sind gut zu Fuss: der Zugang ist über eine ziemlich steile Aussentreppe...

Fotos gibts dann später.

Und damit mir nicht wieder das Gleiche passiert wie hier, habe ich mir einen Mietvertrag für 12 Monate mit Verlängerungsoption um drei Jahre ausbedungen, sowie "first refusal", falls die Besitzer das Haus verkaufen wollen. Das gibt mir etwas mehr Sicherheit.

Das Schönste? Ich kenne Grianan auch von innen, von früheren Besuchen und Übernachtungen dort, als meine erste Oban-Freundin Moira noch dort wohnte. Sie war mit den jetzigen Besitzern Teilhaberin am Haus, kam jedoch wegen Hüftleiden und anderen Gesundheitsproblemen mit der steilen Zugangstreppe zum Haus nicht klar. Mich stört das wenig, im Gegenteil: Es wird mir gut tun, mehr Bewegung zu haben.

Die grössere Nähe zu Oban bedeutet auch, dass ich wieder mehr mit dem Velo unterwegs sein werde; das schont auch das Budget, obwohl ich das Autofahren wirklich aufs Minimum beschränkt habe.


So bestätigt sich wieder einmal, dass jedes Ende der Anfang von etwas Neuem und meist auch etwas Besserem ist.

Tuesday, 24 May 2011

Stürmische Zeiten

Meine Lieben

Wir haben eine stürmische Nacht und einen stürmischen Tag hinter uns.

Ich hatte in Oban zu tun, sonst wäre ich nicht hinaus.
Alle Fähren lagen sicher vertäut im Hafen von Oban – das Meer war viel zu rau und die Anlegestellen auf den Inseln viel zu exponiert für einen sicheren Fährverkehr. An solchen Tagen bin ich ganz froh, auf dem Festland zu wohnen...
Die Sturmböen haben mich im Auto schier von der Uferstrasse gehievt und verpassten ihm eine Meerwasserwäsche von den Wellen, die auf die Uferstrasse peitschten.
Dachziegel wirbelten durch die Luft; Kehrichttonnen schlitterten über die Strassen; dicke Äste und Laub lagen überall umher, wo es Bäume hatte.
In Oban stand der Verkehr während Stunden still, weil ein umgefallener Baum auf der nördlichen Ausfallstrasse zwischen Oban und Dunbeg die Strasse blockierte. Nix ging mehr auf der Hauptverbindung nach Fort William und Glasgow.
Und von ca. 15h15 bis ca 15h45 erlitt das ganze Städtchen Oban, wie Inverness weiter nordöstlich etwas später, einen Stromunterbruch. Spätere Stromunterbrüche in Oban dauerten dann bloss noch ein paar Minuten.
Auf einer Strecke von fünf Meilen zwischen Kilmore im Süden von Oban lagen vier Bäume über die Strasse (wurden oder waren allerdings weggeräumt, als ich durchfuhr).
Der Wind hievte Jachten auf Uferblöcke und riss sie von ihren Boyen, so dass sie frei im tiefen Wasser umhertrieben.
Gärtnereien haben ihre Plastictunnels und viele junge Pflanzen verloren.
Auf einer Brücke bei Glasgow stiess der Sturmwind einen grossen Laster um; Züge fuhren nicht, weil Bäume die Stromleitungen umgerissen hatten oder auf den Gleisen lagen – es war ein riesiges Chaos, umso ärger, weil die Sturmspitze ungefähr zur Feierabendzeit einfuhr.

Leider forderte der Sturm ein Todesopfer – ein Baum fiel auf einen jungen Mann in seinem Auto.


Doch alles in allem ist dies nichts im Vergleich zum riesigen Tornado, der am Sonntag in Joplin, Missouri, USA, über hundert Menschenleben gefordert hat. Der Sturm hatte eine solche Kraft, dass er sogar die Rinde von den Bäumen riss!

Thursday, 19 May 2011

Ältester Neffe zu Besuch

Meine Lieben
Vergangenes Wochenende kam mein ältester Neffe auf Kurzbesuch in meine Gegend. Leider war das Wetter bloss mässig, doch schafften wir es trotzdem, ein paar meiner Lieblingsorte nördlich, östlich und südlich von Oban zu besuchen.Wie vor zwei Jahren mit meinen Eltern, fuhr ich in den Kilmartin Glen mit seinen unzähligen prähistorischen Stätten, Steinkreisen und in grosse Steine eingemeisselte Ringe und Näpfe. In Temple Wood entzückten uns die vielen "bluebells", blaue Glockenblümchen, im Gras.
Der Besuch war allzu kurz, und schon am Montag früh hiess es für den jungen Mann, wieder den Weg in die Schweiz unter die Füsse, Räder und Flügel zu nehmen. Hier der Strahlemann am Hafen von Oban vor dem Wahrzeichen des Städtchens, dem pseudo-romanisch-gothischen McCaig's Tower oben auf dem Hügel.
Ich hoffe, M. kommt bald wieder und für etwas längere Zeit.
Euch allen, die diese Zeilen lesen, viel Sonne und das richtige Mass an Nass, Musse, Freude und allem, was Euer Herz begehrt.

Saturday, 1 January 2011

Alles Gute zum neuen Jahr

Guten Abend
Heute, am 1.1.11 hat der Segelklub hier in Oban an der Westküste von Schottland bei relativ angenehmem Wetter einen kleinen Meeresschwumm veranstaltet.
Natürlich benahm ich mich in meinem nun doch eher fortgeschrittenen Alter wie eine Dame und nässte mich vorsichtig an statt wie die jungen Gecken kopfvoran ins Meer zu springen. Ich sehe hier noch älter aus als ich bin: die Felsen waren glitschig und so bewegte ich mich vorsichtig.
Auch die Bootsrampe war eher gschliferig. Das Wasser wunderbar klar und angenehm erfrischend! Madame hielt ihre rot-schwarze Zottelmütze auf – die einzige Konzession an beinahe winterliche Bedingungen. Die Schwimmbrille war unbrauchbar, da völlig beschlagen.
Zum Glück hats im Klubhaus Umkleideräume.
Anschliessend wurden heisse Getränke und feine "mince pies", kleine, mit Beerenkonfitüre gefüllte Krapfen, angeboten.
(Hier alle Fotos von Fré Rothen, der hier ganz herzlich gedankt sei – wunderbar, dass Du dabei warst und für mich fotografieren konntest!)

Tuesday, 31 August 2010

Erinnerung an eine Sommerreise

Meine Lieben

Einige von Euch wissen, dass ich im Juli eine Monsterautofahrt in die Schweiz unternommen habe. Die Woche in Bern und Umgebung hat mir sehr gut getan. Erstens habe ich die lange Autofahrt genossen, trotz etwas Stress, ob ich auf dem Rückweg rechtzeitig in Calais eintreffen würde -- es ist doch eher weit. Aber alles hat bestens geklappt, trotz einmal Verfahren, was dazu führte, dass ich kaum Strassenzoll zahlen musste. So wurde die Reise eine Spur billiger und auch schneller. Doch war der Verkehr überaus dicht und das Vorbeifahren an den riesigen Lastern während ein paar intensiven Regengüssen war wie in der Autowaschanlage, bloss mit heftigem Seitenwind -- interessant! Zum Fotografieren bin ich unterwegs kaum gekommen.

Dann war es natürlich wunderbar, alte FreundInnen und meine Familie wieder mal zu sehen. Ich fühle mich auch beruhigt, was die Gesundheit meiner Mutter betrifft: Sie sah wesentlich besser aus, als ich erwartet hatte. Jetzt fliegen meine Eltern dann schon bald für vier Wochen auf die Kanarischen Inseln, und die Wärme und Sonne dort wird ihnen gut tun.
Auch sonst habe ich es sehr genossen, viele Leute zu sehen. Natürlich wäre das auf die Dauer  kaum auszuhalten, aber so sechs Tage lang war es sehr schön.

Es war auch fein, endlich mal mit meiner alten England-Freundin Maggi in Südengland länger zu plaudern, zu sehen, wie und wo sie wohnt und lebt und arbeitet. Und festzustellen, dass es keine 30 Autominuten westlich von Heathrow wesentlich weniger unangenehm ist, als ich mir das vorgestellt hatte. Leider fliegen die Flieger genau dann über ihr Gärtchen, wenn das Wetter schön und stabil ist und zum Drausseinsein einlädt, aber über Taplow sind die Maschinen schon ziemlich hoch, so dass der Lärm einigermassen erträglich ist. Dort wohnen möchte ich trotzdem nicht, aber ich habe bei Maggi sehr viel besser geschlafen als hier in Oban.

Schlaflose Nächte hier in Oban haben allerdings bald ein Ende, denn Anfang November ziehe ich in ein kleines Haus in Kilmore, ein winziges Dörfchen ca. 10 Autominuten südlich von Oban auf dem Weg nach Kilmelford und Kilmartin. Das Haus liegt an einem Hang am Ende eines Privatsträsschens. Der "utility room", die grosse Wohnküche (mit grossen Fenstern und direktem Ausgang auf die Holzterrasse und in den Garten) und die zwei kleineren Schlafzimmer haben Südsicht; das grössere Schlafzimmer mit eigener Dusche mit WC/Lavabo, das Bad, das Wohn- und Studierzimmer blicken gegen Norden. Anders rum wäre mir eigentlich lieber, aber so bauten sie hier halt in den 60er/70er Jahren. Ungefähr so alt ist das Haus.
Es gehört einer Bekannten aus dem hiesigen Book Club. Sie ist Spitalapothekerin und hat inzwischen in Inverness Arbeit auf ihrem Gebiet gefunden; ihr Mann arbeitet schon seit ein paar Jahren dort. Das Haus hier wollen sie nicht verkaufen; ich werde also wieder Mieterin. Und jetzt bin ich am Suchen eineR MieterIn für meine Wohnung, denn verkaufen will ich im Moment nicht. Haltet mir die Daumen, bitte.

Zum Glück habe ich immer viel zu tun. Morgen Abend singe ich mit drei Freundinnen und einer Amateur-Swing Band ein Lied aus den frühen 60er Jahren (Blame it on the Bossa Nova –
http://www.youtube.com/watch?v=EGePPsXaX8g) -- das wird spassig! Zudem kommt in ca 3 Wochen der alte Tom, der mir vor zwei Jahren bei der Wohnungsrenovation geholfen hat. Er wird meine 7 hässlichen Tannnenholztürrahmen weiss malen, was die ganze Wohnung optisch heller und grösser erscheinen lassen wird. Die Türblätter hat er ja schon vor zwei Jahren weiss gemalt, was schon viel ausgemacht hat.

Wednesday, 9 June 2010

25 Monate in Oban...

Hallihalloo!

Zur Zeit sind mein jüngster Bruder und meine Schwägerin hier zu Besuch. Ich geniesse es sehr und habe den Eindruck, es gefällt ihnen hier. Es ist das erste Mal, dass wir mehr als ein paar Stunden zusammen verbringen, seit Rolf und ich Teenager waren. Spannend!

Die beiden haben bis jetzt überaus grosses Wetterglück. Gestern Abend waren wir im Waypoint Bar and Grill, dem kleinen Restaurant in der Oban Marina an der Nordspitze der Insel Kerrera zum Nachtessen. Da hatten wir zum ersten Mal etwas Regen, aber ganz sanft und fein -- wir wurden kaum nass, und Judith sah auf dem Nachhauseweg ihren ersten 1/8 Regenbogen (sie meinte, es sei ja hier gar nicht schottisches Wetter; ihre Freunde, zur Zeit auf Sardinien, hätten mehr Regen als wir hier).

Heute Vormittag hats wieder ein wenig geregnet; die beiden sind im Städtchen. Morgen reisen sie via Mull nach Iona , wo sie vor allem die Iona Abbey besuchen wollen. Der Wetterbericht ist wieder sehr gut, und bereits sind die Wolken viel heller. Am Nachmittag werden wir wohl Sonne haben. Ich bin heute zuhause angebunden, da am Nachmittag wie jeden Mittwoch zwei Privatschülerinnen hierher kommen. Ist schon ok, und bringt ja auch ein wenig Geld.

Gestern/Heute feiere ich 25 Monate Oban -- die Zeit ist irre schnell vorbei gegangen, wirklich wie im Flug, auch wenn das ein Cliché ist. Meine Nachbarn haben dazu gelernt und sind sehr viel rücksichtsvoller geworden – so kann ich viele Stunden wirkliche Stille geniessen, ohne weit reisen zu müssen.

Ich geniesse es immer noch und immer wieder, hier zu leben, wenn ich auch ab und zu Familienangehörige und alte FreundInnen vermisse. Ich will es einrichten, Euch bald einmal zu besuchen.

Und falls Ihr von einem Zugunglück zwischen Glasgow und Oban gehört habt: Ja, letzten Sonntag ist wegen Steinschlag der Abendzug von Glasgow nach Oban entgleist, ganz in der Nähe des Cruachan Kraftwerks, das wir ja besucht haben. Der vordere Wagen hängt noch schräg übers Bord hinaus und könnte auf die Strasse darunter fallen, vielleicht sogar ins Loch Awe. Deshalb ist auch die Strasse gesperrt. Es herrscht, soviel ich weiss, immer noch grosses Köpfekratzen, weil in Oban kein Kranwagen steht und alles von Glasgow her eingefahren werden muss. Der hintere Wagen hält den entgleisten vorderen Wagen bisher an Ort; es wird also ziemlich kompliziert.
Hier findet Ihr allenfalls mehr und sehr aktuelle Informationen, halt nur auf Englisch:
http://en.wikipedia.org/wiki/Falls_of_Cruachan_derailment
und hier ein erstes Video:


Die Passagiere im entgleisten Wagen müssen schreckliche Minuten erlebt haben, und alle wurden geschreckt, als beide Wagen Feuer fingen. Es scheint aber, dass diese Brände schnell gelöscht wurden. Eine meiner Bekannten war im vorderen Wagen und trug Schürfungen und zerschlagene Lippen davon; sonst ist sie wohlauf, obschon ihr der Schreck noch heute in den Gliedern steckt.

Oban war die ganze Nacht von Sonntag auf Montag von Lärm erfüllt: Helikopter, Feuerwehr, Ambulanzen... Ich dachte mir schon, dass etwas Schlimmes passiert sei, aber eine Entgleisung kam mir nicht in den Sinn.

Von hier aus ist die Auswirkung deutlich spürbar, im Sinne von sehr viel weniger Verkehr. Das tut der Touristenseite nicht besonders gut... Wir können nur hoffen, dass die Eisenbahngesellschaft die Sicherungsvorkehrungen an der von Steinschlag gefährdeten Flanke des Ben Cruachan bald verbessert!

Soviel für heute. Um die Wirtschaft ein wenig anzukurbeln will ich jetzt einkaufen gehen. Inzwischen scheint hier wieder die Sonne und ist es deutlich wärmer als am Morgen.

Häbets guet und tragt Euch Sorge!

Saturday, 22 May 2010

Der erste richtige Sommertag

Heute war hier in Oban der erste richtige Frühsommertag -- Sonnenbaden, Gartenarbeit, Segeln, sogar Schwimmen war heute angesagt. Die ca. 10 Minuten nördlich von Oban in Dunstaffnage gelegene Schottische Vereinigung für Meereswissenschaften (SAMS – Scottish Association for Marine Science) hat ein Festival organisiert, das am 21.5. angefangen hat und bis am 31.5.2010 dauert. Heute war Tag der offenen Tür beim "Lifeboat" (Seerettung), beim "Lighthouse Boat" (Unterhalt der Leuchttürme und Leuchtboyen) und beim Oban Segelclub. Für wenig Geld hätte man auch Probeläufe im Meerkajak oder Kanadischen Kanu machen können.
Mich verschlugs am frühen Morgen an den Hafen von Oban, der unter einer dicken Nebelschicht lag. Danach zurück zum Haushalten (Aufräumen, Waschen nach Besuch aus Belgien), Einkaufen und etwas Gartenarbeit, während die Waschmaschine lief.Die Blumenrabatte sieht ganz passabel aus – schöne Überraschungen gibts immer wieder, so zum Beispiel die gelbe "Multi-Tulpe" (oben) und die gelben Mohnblumen (unten), die in den Mombretien wachsen, neben einer hohen Akelei, Goldlack und Alkanet (einer Färberpflanze für rot).
Schliesslich beschloss ich, mit dem Velo ans Wasser zu fahren. Und da kam ich ganz unverhofft zu einem kurzen Segelabenteuerchen auf einem Segelboot -- nur eine knappe halbe Stunde, aber wirklich toll, mit gutem Wind und in guten Händen.Am Abend fuhren eine Freundin und ich eine halbe Stunde südwärts nach Isle of Seil / Ellenabeich, um Gedichte, Gesang und Musik zum Thema Meer zu geniessen. So sahs dort bei unserer Ankunft um 19h15 aus:Und so sah es ca. 1 h später aus – der aufziehende Nebel hat alles eingehüllt; die Sonne dringt kaum noch durch. Es ist emfpindlich kühler geworden.Auf der Heimfahrt fuhren wir minutenlang durch stockdicken Nebel, doch in Oban war die Sicht wieder ganz klar. Richtig mysteriös.

Friday, 19 February 2010

Der Soroba-Hoger am Südrand von Oban. Die Sonne färbt die Wölkchen rosa. 16. Februar 2010, 07h23
Guten Tag
Zur Zeit arbeite ich für einen Kindheitsfreund, der sich in der Schweiz als Dokumentarfilmer einen Namen gemacht hat. Seit einem guten Jahr ist er nun in Schanghai und kreiert dort spannende Projekte zum Thema internationales Netzwerken, Telekonferenzen usw.
Und da sind wir denn ins Filosofieren geraten über Schreiben, Lesen, Interpretieren, Übersetzen, besonders von Texten, die nicht von MuttersprachlerInnen verfasst wurden. Missverständnisse lauern an allen Ecken und Enden, denn Kommunikation über Grenzen, seien es soziale, chronologische, geographische... ist immer überaus anspruchsvoll.
Selber muss ich mich immer wieder zügeln, weil ich gerade hier oft zu rasch hineinschiesse und merke, dass mein schnelles Maul meinem Hirn nicht Zeit liess, alle Nuancen auszuloten. Die Menschen hier sind sehr vorsichtig mit allem, was sie sagen. Manchmal zum Verrücktwerden, aber geschichtlich verständlich: Jeder kennt jede, viele sind miteinander verwandt. Wenn da immer gleich hart die Wahrheit gesagt würde, gäbs Mord und Totschlag. Und die Leute haben ein elefantöses Gedächtnis. Wie in der Schweiz werden auch hier Gedächtnisfeiern an mittelalterliche Schlachten und Ungerechtigkeiten "gefeiert" -- da sind die Schotten und die Schweizer einander sehr ähnlich. Überhaupt kommt mir hier immer wieder das Emmental in den Sinn...
Der Soroba-Hoger kurz vor Sonnenaufgang, 16. Februar 2010, 07h22
Hier ist heute strahlend schön, und eiskalt. Doch das Biecht ist bereits von den besonnten Ästen geschmolzen, und nur noch ab und zu fällt ein Glitzertröpfchen wie ein Diamant zu Boden.
Unser Gemeinschaftsgarten, Lynnside Community Garden, nach einer nicht ganz so eisigen Nacht, 16. Februar 2010, 07h23
Es wäre so schön, in diese klare, knirschende Luft hinauszugehen, doch ich habe eine schlimme Lungeninfektion (der Arzt wollte das P-Wort -- pneumonia -- nicht verwenden, aber es fühlt sich an, als hätte mich ein Esel in die linke Brust getreten). Ich werde aber schon wieder gesund. Nehme seit drei Tagen starke Antibiotika und schlafe stundenlang.
Unser Gemeinschaftsgarten, Lynnside Community Garden, unter einer Schicht harten Frosts, 17. Februar 2010, 08h18
Und so sitze ich halt zuhause, gehe höchstens ins Tai Chi, was mir sehr gut tut, und verbringe viel Zeit mit Lesen. Zur Zeit eine spannende Geschichte: Nick Thorpe, Eight Men and a Duck. In improbably voyage by reed boat [from Chile] to Easter Island. Sehr unterhaltsam, gut geschrieben. Und dabei träume ich davon, bald wieder einmal mit einem Kajak hier aufs Meer hinaus zu paddeln und die Natur ganz aus der Nähe zu geniessen.
Der Soroba-Hoger kurz vor Sonnenaufgang, 16. Februar 2010, 07:23

Thursday, 10 December 2009

Westschottische Vorweihnacht und Silvester

Hier bin ich wieder Mal, nach langer Pause.
Ich musste mich auf meine Buchhaltung konzentrieren und auf ein paar andere dringende Dinge, darunter auch meine heiss geliebte und anständig bezahlte Übersetzerei. Doch jetzt nehme ich mir ein paar Augenblicke, wieder mal hier etwas niederzuschreiben.
Neulich hat mich jemand nach besonderen Bräuchen hier in der Adventszeit gefragt.
Nun, ich stelle fest, dass die Läden, die schon im Oktober Weihnachtsplunder aufgestellt hatten, jetzt noch einen Zacken zugelegt haben.
Auf der weniger kommerziellen Schiene war vor zwei Wochen "Lighting Up", also das offizielle Anzünden aller Weihnachtslichter im Städtchen. Da hier schon früh dunkel ist, kommen auch die ganz Kleinen in den Genuss, die (blauen) Lichter am grossen Tannenbaum und die bunten Lichter an den Strassenhängern angehen zu sehen. Dazu bringt ein Schlitten den Samichlaus (Father Christmas). Leider habe ich das eigentliche Spektakel verpasst, so dass ich Gerüchte nicht bestätigen kann, dass er dieses Jahr schmürzeliger war als auch schon...
Alle gemeinnützigen Organisationen und Kirchen (deren hat es hier besonders viele) machen Coffee mornings und Holly Tea afternoons – da wird gebacken, was die Öfen hergeben, und Gestricktes und Gebasteltes und kleine Setzlinge usw. usw. werden verkauft. Immer für einen guten Zweck, ist ja klar.
Es ist erstaunlich, was für Summen in diesem doch eher kleinen Ort zusammen kommen, wo die Arbeitslosigkeit nicht gering ist. Aber sogar die ganz Armen haben ein grosses Herz – das ist es ja auch, was mir hier unter vielen anderen Dingen so gefällt.
Viel wichtiger als die ganzen christlichen Feste aber ist im gälischen Raum, und dazu gehört Oban, die Silvesternacht, Hogmanay [HOGmanei] genannt. Da geht die Post ab mit grossem Fest auf einem grossen Parkplatz, Feuerwerk, Konzerten und Tanzerei unter den Sternen. Mir kommt das sehr entgegen, denn als "recovering Protestant" habe ich mit den christlichen Festen halt so meine liebe Mühe.
Letztes Jahr war Hogmanay hier in Oban fantastisch - auch fantastisch kalt - aber bei trockenem Wetter und glasklarem Himmel zauberhaft und wirklich gut organisiert und fröhlich/friedlich. Im Moment steht alles etwas auf der Kippe, da noch nicht ausreichend Tickets verkauft worden sind, aber ich bin da ziemlich optimistisch.
Und sonst machen wir unter FreundInnen ein Fest.
Euch allen wünsche ich eine schöne, friedliche, freudvolle Zeit.

Thursday, 10 September 2009

Aufregende Zeiten

Meine Lieben alle

Mein jüngster Besuch aus der Schweiz hat sich am Dienstag (8.9.09) früh verabschiedet und ist wohlbehalten in Edinburgh eingetroffen. Ich habe die Gesellschaft von Sarah und Reto genossen, nicht nur wegen der wunderbaren Mahlzeiten, die Reto ab und zu hingezaubert hat. Es ist schon sehr speziell, einen Koch zu Gast zu haben...
Auf ihrer Reise gen Osten hatten die beiden Glück, denn auf der A83 am wunderschönen Pass namens Rest and Be Thankful ereignete sich ein grosser Erdrutsch: Ca. um 12h30 schlitterten über 1000 Tonnen Geröll und Erde den Hoger hinunter -- schon wieder, nachdem sich 2004 und im Oktober 2007 Erdrutsche an der gleichen Stelle ereigneten, die die Strasse während Wochen unpassierbar machten. Seither steht dort eine Lichtsignalanlage und werden geotechnische Studien angestellt. Zum Glück gabs keine Verletzten oder beschädigten Fahrzeuge, denn die Strecke war seit dem frühen Dienstag Morgen unter genauer Beobachtung.
Die Strasse war bis heute 15 Uhr geschlossen (s. hier - leider nur auf englisch), was die Ortsansässigen zu Umwegen von bis zu zwei Stunden gezwungen hat.
Dieser neueste Erdrutsch zeigt uns wieder einmal, wie fragil unsere Lebensweise ist, die so stark vom Auto abhängig ist.
Ebenfalls am Dienstag wurde unser Gemeinschaftsgarten wieder mal unter Wasser gesetzt (Überschwemmung Nr. 6 seit letztem Oktober!). Dem Garten entlang fliesst ein kleiner Bach, früher war das mal ein Mühlebach, was ganz reizvoll ist, aber eben. Als das Wasser zurück gegangen war, habe ich das Bachbett inspiziert und fand es voller Unrat, Holz und vegetabiles Schwemmgut.Doch gestern und heute hatten wir trocken und sogar etwas Sonne. Heute Vormittag haben ein paar Mannen vom Oban Employability Team, einem Arbeitsbeschaffungsprogramm, unser Bächlein geputzt …
(s. auch hier).
Nun lärmt das Bächlein nicht mehr so extrem, sondern plätschert ruhig und friedlich vor sich hin, und wir hoffen auf trockenere Zeiten.
Bis bald -- liebe Grüsse
M

PS: Bei alledem ging es uns ja noch gut: Nördlich von Aberdeen stiegen die Flüsse übers Wochenende über die Ufer und ca 100 Familien sind seither obdachlos und haben keine Ahnung, wann sie wieder in ihre Häuser zurück können.