Showing posts with label SAMS. Show all posts
Showing posts with label SAMS. Show all posts

Friday, 8 February 2013

Traurige Zeiten

Im Lauf von weniger als zehn Tagen wurde der hiesigen ForscherInnengemeinde bei SAMS – Scottish Association for Marine Science – völlig unerwartet gleich zwei Mitglieder für immer entrissen:
Am Samstag, 19. Januar 2013 kam Christopher Bell, ein junger Doktorand aus Lancashire, in einem grossen Schneebrett in Glencoe ums Leben. Die Lawine riss auch vier weitere junge Menschen in den Tod. Ein junger Mann konnte sich mit viel Glück und dank guten Reflexen retten. Die sechste Person, eine junge Frau erlitt schlimme Kopfverletzungen. Soweit ich weiss, ist sie noch in Glasgow hospitalisiert. Die überaus talentierten jungen Menschen waren alle versierte WinterbergsteigerInnen, gut trainiert und ausgerüstet. Keine der sechs war über 29.
SAMS trauerte noch um den vielversprechenden Doktoranden, als ein zweites, noch unerwarteteres Unglück einen der beliebtesten SAMS-Forscher dem Leben entriss:
Am Sonntag, 27. Januar 2013 ging Dr. Tim Boyd, der 55-jährige Mann einer meiner Bekannten und (Stief-)Vater von drei Töchtern, mit seinen Hunden spazieren. Auf der Jubilee Bridge, einem Holzsteg über die Salzwiese (tidal marsh/salt marsh) im Loch Laich, wurde er von einem Blitz erschlagen. Der Tag war regnerisch und kalt, doch war von Gewitter weit und breit keine Spur. Ab und zu gibt es hier Wetterbedingungen, bei denen aus "heiterem Himmel" ein einziger Blitz in die Erde fährt.
Tim Boyd war Physischer Ozeanograph, ein wunderbarer Vater, Lehrer, Forscher. An der Gedenkfeier für ihn, die hier in Oban gestern stattfand, wurde der grossen Trauergemeinde klar, was für ein Verlust sein Tod für seine Familie und die wissenschaftliche Gemeinschaft bedeutet. Er und seine Frau und die Töchter kamen ungefähr ein Jahr vor mir aus Corvallis in Oregon in die Gegend von Oban.
Ich habe zahlreiche Bekannte, die in der einen oder anderen Kapazität bei SAMS arbeiten. Wir sind alle erschüttert und eigentlich sprachlos. Es war traurig, Tims Ursprungsfamilie zuzuhören, die ihre erste Schottlandreise so viel lieber aus einem freudigeren Anlass gemacht hätten...
Es war aber auch erhebend, die vielen lustigen Geschichten zu vernehmen, die seine Familie und FreundInnen über ihn zu erzählen hatten. Der Anlass war die würdige Feier eines einflussreichen Lebens.

Saturday, 22 May 2010

Der erste richtige Sommertag

Heute war hier in Oban der erste richtige Frühsommertag -- Sonnenbaden, Gartenarbeit, Segeln, sogar Schwimmen war heute angesagt. Die ca. 10 Minuten nördlich von Oban in Dunstaffnage gelegene Schottische Vereinigung für Meereswissenschaften (SAMS – Scottish Association for Marine Science) hat ein Festival organisiert, das am 21.5. angefangen hat und bis am 31.5.2010 dauert. Heute war Tag der offenen Tür beim "Lifeboat" (Seerettung), beim "Lighthouse Boat" (Unterhalt der Leuchttürme und Leuchtboyen) und beim Oban Segelclub. Für wenig Geld hätte man auch Probeläufe im Meerkajak oder Kanadischen Kanu machen können.
Mich verschlugs am frühen Morgen an den Hafen von Oban, der unter einer dicken Nebelschicht lag. Danach zurück zum Haushalten (Aufräumen, Waschen nach Besuch aus Belgien), Einkaufen und etwas Gartenarbeit, während die Waschmaschine lief.Die Blumenrabatte sieht ganz passabel aus – schöne Überraschungen gibts immer wieder, so zum Beispiel die gelbe "Multi-Tulpe" (oben) und die gelben Mohnblumen (unten), die in den Mombretien wachsen, neben einer hohen Akelei, Goldlack und Alkanet (einer Färberpflanze für rot).
Schliesslich beschloss ich, mit dem Velo ans Wasser zu fahren. Und da kam ich ganz unverhofft zu einem kurzen Segelabenteuerchen auf einem Segelboot -- nur eine knappe halbe Stunde, aber wirklich toll, mit gutem Wind und in guten Händen.Am Abend fuhren eine Freundin und ich eine halbe Stunde südwärts nach Isle of Seil / Ellenabeich, um Gedichte, Gesang und Musik zum Thema Meer zu geniessen. So sahs dort bei unserer Ankunft um 19h15 aus:Und so sah es ca. 1 h später aus – der aufziehende Nebel hat alles eingehüllt; die Sonne dringt kaum noch durch. Es ist emfpindlich kühler geworden.Auf der Heimfahrt fuhren wir minutenlang durch stockdicken Nebel, doch in Oban war die Sicht wieder ganz klar. Richtig mysteriös.