Thursday, 14 January 2010
Ukrainische Sandkünstlerin
Hoffentlich hat das Jahr für Alle gut angefangen. Eine Freundin hier in Oban hat mir den Link zu einem bemerkenswerten Video geschickt. Es ist schon eine Weile her, dass Kseniya Simonova in einer Ukrainischen Talentshow den ersten Preis errungen hat, aber ihr Werk ist trotzdem immer noch aktuell.
Es zeigt in kurzer Zeit, was für eine schreckliche Zeit die Ukraine im 2. Weltkrieg erlitt: ein Viertel der gesamten Bevölkerung, 11 Millionen von 42 Millionen Menschen, kamen ums Leben!
http://www.youtube.com/watch?v=518XP8prwZo&feature=related
Viel Vergnügen kann ich dabei nicht unbedingt wünschen. Aber ich wünsche uns allen ein friedliches, gesundes Jahr.
Auf bald wieder.
Saturday, 26 December 2009
Winterwunder
Ich hoffe, wenn Du dies liest, hast Du wunderschöne Festtage hinter und ein tolles Silvester-Fest vor Dir. Möge 2010 uns allen mehr Frieden, griffigere Klimagesetze und eine etwas stabilere Wirtschaftslage bringen -- ist ja alles engstens verknüpft...
Vor Jahren mal, in einem früheren Leben, habe ich mit einer begabten Country-and-Western-Sängerin ein Lied singen dürfen, Roses in the Snow, das Emmylou Harris bekannt gemacht hatte. Claudia sang den Sopranpart, ich harmonierte im Alt mit. Es war wunderschön, und hätte sie nicht so viele religiöse Songs im Repertoire gehabt, wer weiss, ob wir nicht als Double Act mal aufgetreten wären. Vielleicht ist der Welt ein Hörerlebnis der anderen Art erspart geblieben... ;)
Als ich letzten Sonntag diese Rosen im Schnee fotografieren konnte, habe ich intensiv an Claudia gedacht. Wir haben den Kontakt verloren, und ich frage mich ab und zu, wo sie wohl ist und was sie treibt.Na ja, Claudia, vielleicht liest Du ja mal diese Zeilen und schreibst mir einen Kommentar. Würde mich freuen!
Zur Zeit kuriere ich eine Bronchitis, die ich Mangels Housi Burgeners Akupunktur nicht so recht los werde. Diese Therapien gehören zu den ganz, ganz wenigen Dingen, die mir hier in Oban fehlen. Ein nach wie vor und immer wieder von lärmigen Nachbarn aufgezwungener Schlafmangel hilft auch nicht gerade. Mit denen geht es allerdings sehr viel besser als auch schon, obwohl es immer wieder Rückfälle gibt. Letzte Nacht war sehr ruhig, aber jetzt geht es wieder anders zu: Da trampelte wer ins Haus und brabbelte laut was vor sich hin, das hat den Hund im Parterre in Zustände versetzt, der offenbar wieder Mal mausbeinallein in der Wohnung eingesperrt ist. Seit über einer Stunde höre ich mir das Geheule des Tieres an -- es dringt durch die Wachspfropfen, die ich mir in die Ohren gestopft hatte. Da mache ich halt ein wenig Weihnachtspost und plaudere unter anderem mit Dir und der Welt.
Hier ist es richtig wintrig kalt, seit Tagen unter Null. Zauberhaft. Wie lange wohl die Rosen noch so hübsch aussehen, die ich letzten Sonntag im Garten einer Freundin fotografiert habe?
Am 24.12. spät abends kam eine junge Chinesin hier an. Sie ist in Manchester im Austauschjahr und hätte Weihnacht allein verbringen müssen, wenn sie nicht bei HOST dabei wäre. Das ist eine gute Sache. Und bringt mir ab und zu einen wildfremden, aber gut ausgesuchten jungen Menschen ins Haus, den ich sonst nie kennenlernen würde. Junnan ist erst 19, aber sehr reif für ihre Jahre und hat einen feinen Humor. Wir haben einen sonnigen, eisig kalten Sonntag verbracht. Jetzt wird sich leider das Wetter ändern, aber wir werden was finden, das wir unterhaltsam unternehmen können miteinander. Wahrscheinlich besuchen wir eine meiner Freundinnen hier. Boxing Day ist ja genau dafür erfunden worden, scheint mir.
Soviel für heute. Und, nur um alle Missverständnisse gleich auszuräumen: Ich hätte diese Festtage gar nicht alleine verbracht, auch wenn Junnan nicht gekommen wäre. Doch ist es mir lieber, jemanden zu beherbergen, als mit FreundInnen zu feiern, die wirklich viel Wert auf ein christliches Fest legen. Da bin ich halt als "recovering Protestant" immer noch ziemlich konsequent.
Friedliche Tage und ein supergutes Neues Jahr!
Thursday, 10 December 2009
Westschottische Vorweihnacht und Silvester
Ich musste mich auf meine Buchhaltung konzentrieren und auf ein paar andere dringende Dinge, darunter auch meine heiss geliebte und anständig bezahlte Übersetzerei. Doch jetzt nehme ich mir ein paar Augenblicke, wieder mal hier etwas niederzuschreiben.
Neulich hat mich jemand nach besonderen Bräuchen hier in der Adventszeit gefragt.
Nun, ich stelle fest, dass die Läden, die schon im Oktober Weihnachtsplunder aufgestellt hatten, jetzt noch einen Zacken zugelegt haben.
Auf der weniger kommerziellen Schiene war vor zwei Wochen "Lighting Up", also das offizielle Anzünden aller Weihnachtslichter im Städtchen. Da hier schon früh dunkel ist, kommen auch die ganz Kleinen in den Genuss, die (blauen) Lichter am grossen Tannenbaum und die bunten Lichter an den Strassenhängern angehen zu sehen. Dazu bringt ein Schlitten den Samichlaus (Father Christmas). Leider habe ich das eigentliche Spektakel verpasst, so dass ich Gerüchte nicht bestätigen kann, dass er dieses Jahr schmürzeliger war als auch schon...
Alle gemeinnützigen Organisationen und Kirchen (deren hat es hier besonders viele) machen Coffee mornings und Holly Tea afternoons – da wird gebacken, was die Öfen hergeben, und Gestricktes und Gebasteltes und kleine Setzlinge usw. usw. werden verkauft. Immer für einen guten Zweck, ist ja klar.
Es ist erstaunlich, was für Summen in diesem doch eher kleinen Ort zusammen kommen, wo die Arbeitslosigkeit nicht gering ist. Aber sogar die ganz Armen haben ein grosses Herz – das ist es ja auch, was mir hier unter vielen anderen Dingen so gefällt.
Viel wichtiger als die ganzen christlichen Feste aber ist im gälischen Raum, und dazu gehört Oban, die Silvesternacht, Hogmanay [HOGmanei] genannt. Da geht die Post ab mit grossem Fest auf einem grossen Parkplatz, Feuerwerk, Konzerten und Tanzerei unter den Sternen. Mir kommt das sehr entgegen, denn als "recovering Protestant" habe ich mit den christlichen Festen halt so meine liebe Mühe.
Letztes Jahr war Hogmanay hier in Oban fantastisch - auch fantastisch kalt - aber bei trockenem Wetter und glasklarem Himmel zauberhaft und wirklich gut organisiert und fröhlich/friedlich. Im Moment steht alles etwas auf der Kippe, da noch nicht ausreichend Tickets verkauft worden sind, aber ich bin da ziemlich optimistisch.
Und sonst machen wir unter FreundInnen ein Fest.
Euch allen wünsche ich eine schöne, friedliche, freudvolle Zeit.
Sunday, 6 December 2009
Kerzen für die Geiseln in Libyen
amnesty international hat eine Aktion gestartet, um Aufmerksamkeit auf die beiden Schweizer Geiseln in Libyen zu richten:
Solidaritätsaufruf an die Bevölkerung
Schicken Sie eine Kerze nach Libyen
Rachid Hamdani und Max Göldi müssen in die Schweiz zurückkehren können. Die betroffenen Familien und Amnesty International rufen die Bevölkerung auf, in der Adventszeit ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Machen wir deutlich, dass sich in der Schweiz eine starke Bewegung für eine Rückkehr von Rachid Hamdani und Max Göldi formiert.
Zünden Sie eine Kerze an und schicken Sie Rachid Hamdani und Max Göldi eine persönliche Nachricht nach Libyen. Fordern Sie bitte Freunde, Arbeitskolleginnen und Nachbarn per Email, Facebook und Twitter auf, bei der Aktion mitzumachen. Sie können auch auf dem Postweg eine Karte an Rachid Hamdani und Max Göldi nach Tripolis schicken.
Vielen Dank für Ihre Anteilnahme und Unterstützung.
Hier gibts ein Video-Interview vom Tages Anzeiger mit Christian Göldi, dem Bruder von Max Göldi, vom 4.12.2009, während der Solidaritätsaktion "Kerze nach Libyen" in Bern:
http://kerzenachlibyen.s3.amazonaws.com/media/tagivideo.html
Ich schäme mich für die Schweiz und ihre enge Sicht der Dinge -- dass der Bau von Minaretten in der Schweiz verboten werden soll, ist eine Schande! Die Schweiz sieht international gar nicht gut aus.
Sunday, 27 September 2009
La Bohème im Hochhaus -- und eine meiner Freundinnen ist persönlich dabei!
Meine Lieben alle
Die Spatzen pfeifen es vom Hochhausdach:«La Bohème im Hochhaus»: SF inszeniert Puccinis Oper in Bern
Dienstag, 29. September 2009, 20.05 Uhr, live auf SF 1, HD suisse, TSR 1, RSI 1 und Arte
Die Vorbereitungen für das diesjährige Opernereignis des Schweizer Fernsehens laufen auf Hochtouren. Schliesslich muss das Berner Gäbelbachquartier bis zur Livesendung vom Dienstag, 29. September 2009, in eine Opernbühne verwandelt werden und zugleich als Fernsehstudio taugen. Für die Titelrollen von «La Bohème im Hochhaus» konnte SF international renommierte Sängerinnen und Sänger verpflichten. Das Kulturereignis ist am Dienstabend, 20.05 Uhr live auf SF 1, TSR 1, RSI LA 1 und Arte zu sehen. Drei prominente Moderatoren führen von verschiedenen Standorten aus durch «La Bohème im Hochhaus».
Die Sendung kann auch als Livestream auf http://www.sf.tv/sendungen/laboheme/index.php abgerufen werden.
Thursday, 24 September 2009
Count-Down für die Klimakonferenz in Kopenhagen
Countdown für die Klimakonferenz Kopenhagen
Meine Lieben alle
Diesen Dezember entscheiden in Kopenhagen die führenden Politikerinnen und Entscheidungsträger über die Zukunft unseres Klimas.
Kommen Sie am 17. Oktober mit Greenpeace auf den Bundesplatz. Gemeinsam zeigen wir, dass uns der Klimaschutz wichtig ist. Die Schweizer Delegation für Kopenhagen soll wissen, dass wir von ihr konkrete Massnahmen und Zusagen für den Klimaschutz fordern: Die UNO-Klimakonferenz soll griffige Ergebnisse hervorbringen!
Viele tausend Menschen haben in den letzten Monaten mit ihrer Unterschrift und ihren eigenen Worten deutlich gemacht, was sie vom Bundesrat erwarten. Die Übergabe dieser Unterschriften auf einer riesigen Klimafahne feiern wir gemeinsam auf dem Bundesplatz mit einem bunten Klimafest.
Zeit: 15.00-19.00 Uhr
Unterschreiben Sie die globale Petition an die Staatschefs!
(Die Petition wird unterstützt von Greenpeace, Solargeneration, Genossenschaft Solarspar, NWA Schweiz, KlimaCommitment.)
Klimafreundliche Grüsse
Tanja Keller, Greenpeace
PS: Wussten Sie, dass der Klimaschutz der Schweiz 60 000 neue Arbeitsplätze bringt?
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you turn the earth
Thursday, 10 September 2009
Aufregende Zeiten
Mein jüngster Besuch aus der Schweiz hat sich am Dienstag (8.9.09) früh verabschiedet und ist wohlbehalten in Edinburgh eingetroffen. Ich habe die Gesellschaft von Sarah und Reto genossen, nicht nur wegen der wunderbaren Mahlzeiten, die Reto ab und zu hingezaubert hat. Es ist schon sehr speziell, einen Koch zu Gast zu haben...
Auf ihrer Reise gen Osten hatten die beiden Glück, denn auf der A83 am wunderschönen Pass namens Rest and Be Thankful ereignete sich ein grosser Erdrutsch: Ca. um 12h30 schlitterten über 1000 Tonnen Geröll und Erde den Hoger hinunter -- schon wieder, nachdem sich 2004 und im Oktober 2007 Erdrutsche an der gleichen Stelle ereigneten, die die Strasse während Wochen unpassierbar machten. Seither steht dort eine Lichtsignalanlage und werden geotechnische Studien angestellt. Zum Glück gabs keine Verletzten oder beschädigten Fahrzeuge, denn die Strecke war seit dem frühen Dienstag Morgen unter genauer Beobachtung.
Die Strasse war bis heute 15 Uhr geschlossen (s. hier - leider nur auf englisch), was die Ortsansässigen zu Umwegen von bis zu zwei Stunden gezwungen hat.
Dieser neueste Erdrutsch zeigt uns wieder einmal, wie fragil unsere Lebensweise ist, die so stark vom Auto abhängig ist.


Doch gestern und heute hatten wir trocken und sogar etwas Sonne. Heute Vormittag haben ein paar Mannen vom Oban Employability Team, einem Arbeitsbeschaffungsprogramm, unser Bächlein geputzt …
(s. auch hier).Bis bald -- liebe Grüsse
M
PS: Bei alledem ging es uns ja noch gut: Nördlich von Aberdeen stiegen die Flüsse übers Wochenende über die Ufer und ca 100 Familien sind seither obdachlos und haben keine Ahnung, wann sie wieder in ihre Häuser zurück können.