Meine Lieben alle
Bald sind es fünf Monate, seit ich mich hier niedergelassen habe. Die Zeit rast!
Ich bin hier viel mit dem Velo auf Achse, das ist herrlich! Mein rotes Velo zieht viel Aufmerksamkeit auf sich; "normale" VelofahrerInnen gibts hier noch nicht viele. Die meisten keuchen mit schweren Sacochen und in voller Weitreisemontur die Hügel rauf und runter und machen in Oban Halt, wo es Reparaturwerkstätten und Einkaufszentren sowie ein paar Unterkünfte à la Jugi, also nicht zu teuer, gibt .
Selber habe ich erst einen eher langen Ausflug gemacht, ins Hinterland auf einer kleinen Nebenstrasse. Das finde ich weniger stressig als die Fahrt entlang der Hauptstrasse in den Süden.
Die Fahrspuren sind schmaler hier als in der Schweiz -- mir kommt immer wieder die Erinnerung an unsere Hauptstrassen in den 50er/60er Jahren in den Sinn. Etwa so ist es hier.
Die Besitzer kleiner Geschäfte beklagen sich übrigens bitterlich über den erbärmlichen Zustand des Strassennetzes! Es scheint, dass in den letzten 20, 30 Jahren alles Geld in den Ausbau der Strassen rund um die Zentren Edinburgh und Glasgow geflossen ist. Da gibts vier-, fünf- und sechsspurige Autobahnen, zum Teil mitten durchs Zentrum.
Weil der öffentliche Verkehr schlecht ausgebaut ist -- Oban hat drei Züge pro Tag, und die für hiesige Verhältnisse sehr teure Zugsreise nach Glasgow dauert über drei Stunden (im Auto normalerweise ca. 2,5); die günstigeren Busse fahren praktisch zur genau gleichen Zeit wie der Zug, und zwei Busgesellschaften konkurrenzieren sich mit Reisezeiten innert ca. 10 Minuten -- benutzen praktisch alle den PW. Es ist eine Negativspirale: weil alle die Strassen benutzen, sind diese total überlastet, und weil der öV schlecht ausgebaut ist, wird er kaum genutzt.
Aber sonst gefällt mir das Leben hier ausgesprochen gut. Ich fühle mich wohl, habe ein paar gute FreundInnen und auch sonst ein recht reges Sozialleben und komme manchmal kaum dazu, meinen ganz eigenen Hobbies zu frönen. Lesen schon, das lasse ich mir nicht nehmen. Aber die Flöte habe ich in den letzten paar Monaten kaum angerührt, vom Malen ganz zu schweigen! Es wird dann schon...
Soodeli, das wärs für heute. Auf hoffentlich bald wieder einmal. Ich denke oft und gerne an Euch alle und hoffe, diese Zeilen finden Euch alle wohlauf.
:)
Tuesday, 7 October 2008
Saturday, 27 September 2008
Oban -- BesucherInnen
Guten Tag! :)
Heute früh ist mein Besuch Nr. 5 nach bloss einer Nacht weitergereist. Mein geheimes B&B kommt in Fahrt! Wobei ich ja wirklich nicht Geld nehme, mich aber gerne schön zum Essen einladen lasse.
Das hat der Besuch gestern Abend auch getan. Wir haben ein ausgezeichnetes Diner genossen im Ee-usk, dem super Fischrestaurant am Nordpier von Oban. Leider war das Wetter nicht ganz so strahlend schön wie Anfangs Woche, als ich diese Foto geknipst habe:
Besuch Nr. 5 war ein junger Mann, der für eine Woche hier in Schottland seinem Lieblingssport, dem Hill-Running, frönt. Gestern rannte er von Fort William in ca 90 Minuten auf den Ben Nevis hinauf, das ist der höchste Berg in Schottland, und in der gleichen Zeit wieder runter! Normale Menschen brauchen dafür etwa drei Stunden, eher mehr. Und für den Abstieg noch einmal soviel. Also, ich müsste da wohl noch ziemlich trainieren, schon nur für einen gemütlichen Auf- und Abstieg.
Der ausgesprochen nette junge Mann hat mich gestern Abend und heute früh mit anregenden Gesprächen verwöhnt. Sie griffen weit ins Leben, in die Philosophie, in die Literatur. Ich habs sehr genossen und festgestellt, dass ich hier schon noch ein wenig Geduld haben muss und nur hoffen kann, hier noch ein paar Intellektuelle mehr kennen zu lernen.
Aber das heisst gar nicht, dass es mir nicht gefällt. Die allermeisten Menschen hier sind sehr grosszügig, warmherzig, liebenswürdig!
Heute früh ist mein Besuch Nr. 5 nach bloss einer Nacht weitergereist. Mein geheimes B&B kommt in Fahrt! Wobei ich ja wirklich nicht Geld nehme, mich aber gerne schön zum Essen einladen lasse.
Das hat der Besuch gestern Abend auch getan. Wir haben ein ausgezeichnetes Diner genossen im Ee-usk, dem super Fischrestaurant am Nordpier von Oban. Leider war das Wetter nicht ganz so strahlend schön wie Anfangs Woche, als ich diese Foto geknipst habe:
Der ausgesprochen nette junge Mann hat mich gestern Abend und heute früh mit anregenden Gesprächen verwöhnt. Sie griffen weit ins Leben, in die Philosophie, in die Literatur. Ich habs sehr genossen und festgestellt, dass ich hier schon noch ein wenig Geduld haben muss und nur hoffen kann, hier noch ein paar Intellektuelle mehr kennen zu lernen.
Aber das heisst gar nicht, dass es mir nicht gefällt. Die allermeisten Menschen hier sind sehr grosszügig, warmherzig, liebenswürdig!
Friday, 12 September 2008
Die Wildnis ist weg
Guten Tag!
Vor ein paar Wochen habe ich in der Morgendämmerung einer schwarzen Katze zugeschaut, die vom hohen Lattenzaun hinab es sich lange, lange überlegte, ob und wie sie in die Wildnis tief unter ihr hinunter käme... Auf meiner Website gibt es dazu ein Prosagedicht auf englisch. Wer mich kennt, weiss, wie sie/er auf die Website kommt. Wer sich für die Webadresse interessiert, darf mir gerne einen Kommentar hinterlassen, den ich nicht auf dieses Blog setzen werde.
Hier ein Bildli nur von der "Wildnis", in die die Katze geschwebt ist:
Und so sah der Ort vorgestern aus:
Seit gestern ist der Ort völlig verändert:
So sah es kurz nach 9Uhr Vormittags aus (oben), und so sah es gegen 15Uhr, nach dem "Einfall" von etwa zehn Männern mit Hacken, Macheten, Stechschaufeln, Sägen usw., aus (unten):
Mir ist es zum Teil ganz recht, wenn die Nesseln und Winden, der grosse Bärenklau, der japanische Knöterich und das japanische Springkraut und was es sonst so an Neophyten hatte, weg sind. Aber das grosse Weidekraut mit seinen tiefrosa Blüten und in letzter Zeit rostroten Stengeln und rosamilchigen Samenständen war doch ganz hübsch anzusehen.
Eine rote Katze hat sich gestern Abend, als die Männer alle weg waren, ganz, ganz süüferli wieder ins Gelände gewagt, Pfötchen um Pfötchen aufgesetzt, manchmal wieder zurück gezogen. Es muss für sie und die anderen wenigen Katzen in der Nachbarschaft ein ziemlicher Schock sein.
Die Vögel allerdings freuen sich ob den Millionen von Samen, die jetzt einfach zugänglich umherliegen. Und ringsum hats ja noch viele Stauden und Sträucher, wo sich die Meisen laben können. Zum Glück!
Vor ein paar Wochen habe ich in der Morgendämmerung einer schwarzen Katze zugeschaut, die vom hohen Lattenzaun hinab es sich lange, lange überlegte, ob und wie sie in die Wildnis tief unter ihr hinunter käme... Auf meiner Website gibt es dazu ein Prosagedicht auf englisch. Wer mich kennt, weiss, wie sie/er auf die Website kommt. Wer sich für die Webadresse interessiert, darf mir gerne einen Kommentar hinterlassen, den ich nicht auf dieses Blog setzen werde.
Hier ein Bildli nur von der "Wildnis", in die die Katze geschwebt ist:
Seit gestern ist der Ort völlig verändert:Eine rote Katze hat sich gestern Abend, als die Männer alle weg waren, ganz, ganz süüferli wieder ins Gelände gewagt, Pfötchen um Pfötchen aufgesetzt, manchmal wieder zurück gezogen. Es muss für sie und die anderen wenigen Katzen in der Nachbarschaft ein ziemlicher Schock sein.
Die Vögel allerdings freuen sich ob den Millionen von Samen, die jetzt einfach zugänglich umherliegen. Und ringsum hats ja noch viele Stauden und Sträucher, wo sich die Meisen laben können. Zum Glück!
Labels:
Katzen,
Oban,
Schottland,
Wildnis
Sunday, 22 June 2008
Einleben
Ich lebe mich langsam ein in Oban; was neu war wird “normal”, doch viel Routine habe ich noch nicht gespürt: an jeder Ecke gibts Neues, Überraschungen, Ungewöhnliches. Ich finde es total spannend, langsam unter die Oberfläche zu gelangen, zu sehen, was die Leute bewegt, die immer hier leben und nicht so leicht weggehen können, weil sie kein Geld haben.
So viele leben hier ganz knapp über der Armutsgrenze, so viele haben nur minimale Bildung, wenig Aussichten — und doch schaut der Staat ganz gut und gibt es viele Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen. Und weil so viele betroffen sind, scheint mir auch kein Stigma damit verbunden zu sein. Das heisst dann aber auch, dass sich die Leute einrichten in ihrer Situation, keinen grossen Ansporn haben, sich daraus wegzuhieven. Das jedenfalls ist mein erster Eindruck nach nunmehr sechs Wochen in einem Ortsteil am Rand des Städtchens, der genau an der Grenze zwischen eher wohlhabenden und eher unterprivilegierten Menschen liegt.
Zum Glück scheint meine Situation wenigstens zur Zeit sehr komfortabel zu sein: ich habe Arbeit in Hülle und Fülle, was heisst, dass ich die Umzugskosten usw. ganz gut habe wegstecken können. Darüber bin ich extrem froh, denn wer weiss, was die nächsten Jahre bringen. Doch mache ich mir darüber Gedanken, wenn es soweit ist. Wir wissen ja so wenig, schon die nächsten fünf Minuten liegen im Dunkel...
Viel Arbeit heisst aber auch, dass ich kaum dazu komme, meine Wohnung weiter einzurichten und alles fertig auszupacken. Es ist mir nicht sehr wohl dabei, aber hoffentlich geht es ab nächster Woche endlich wieder vorwärts, denn mein kleines Zimmer Südzimmer, das ich als Büro/Schlafzimmer benutzen will, sollte dann fertig werden. Morgen schleifen “mein” Handwerker Tom und ich den Parkettboden dort, der jetzt lückenlos ergänzt ist durch stilgerechte, neue Buchentäfelchen (Foto folgt). Natürlich heisst Schleifen viel Lärm und Staub, doch der nette Verkäufer im Eisenwarenladen hat mir die Staubmasken grad geschenkt, nachdem wir uns ein wenig über das Leben und die Welt unterhalten hatten. Hier nehmen sich die Leute gerne Zeit für einen Schwatz, das finde ich wunderbar.
Den geschliffenen Parkettboden will ich ölen; ich mag es nicht, wenn eine Lackschicht rumstinkt und das Holz am Atmen hindert. Daumen halten, dass alles klappt, denn am Donnerstag kommen definitiv die neuen Büchergestelle und ein Büromöbel auf Rollen, so dass ich meine Bücher fertig auspacken und den Arbeitsplatz einrichten kann.
Endlich habe ich mich auch für ein zweites Bett entschieden, so dass meine Wohnung hoffentlich bereit ist, wenn am 11.7. der erste Besuch, eine liebe Freundin aus der Schweiz, eintrifft. Darauf freue ich mich sehr; es wird spannend sein, mit ihr die Umgebung ein wenig ausführlicher zu erkunden.
Eine liebe Nachbarin hat mir den Gebrauch ihres Fahrrads zugesagt; das muss dann auch noch ein wenig auf Vorderfrau gebracht werden, sollte aber klappen.
Es ist sehr praktisch, hier ein Velo zu haben; ich jedenfalls bin extrem froh, dass ich meines mitgebracht habe. Langsam, langsam begreifen die Menschen auch hier, dass Schluss ist mit Autofahren für kurze und kürzeste Strecken. Der Preis für Benzin und Diesel ist ja so hoch, dass es wirklich durchschlägt aufs Budget, und so sieht man immer mehr Menschen auf dem Velo durchs Städtchen huschen.
Am eindrücklichsten sind für mich immer noch die FernstreckenradlerInnen. Letzten Mittwoch am frühen Nachmittag habe ich beim Coop unten in der Flussebene kurz mit einer jungen Frau aus Quebec City (Kanada) gesprochen, die zuerst quer durch Irland geradelt ist, dann per Fähre nach Islay (?). An dem Tag, als wir uns trafen, ist sie früh morgens per Fussgänger- und Velofähre von Islay nach Tayvallich übergesetzt und hat dann die rund 70 km lange Berg- und Talstrecke von dort unten bis hier nach Oban rauf zurück gelegt -- bei strömendem Regen, aber wenigstens fast ohne Wind. Sie war ganz durchnässt, sah aber strahlend gesund aus und voll "Pfupf".
So viele leben hier ganz knapp über der Armutsgrenze, so viele haben nur minimale Bildung, wenig Aussichten — und doch schaut der Staat ganz gut und gibt es viele Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen. Und weil so viele betroffen sind, scheint mir auch kein Stigma damit verbunden zu sein. Das heisst dann aber auch, dass sich die Leute einrichten in ihrer Situation, keinen grossen Ansporn haben, sich daraus wegzuhieven. Das jedenfalls ist mein erster Eindruck nach nunmehr sechs Wochen in einem Ortsteil am Rand des Städtchens, der genau an der Grenze zwischen eher wohlhabenden und eher unterprivilegierten Menschen liegt.
Zum Glück scheint meine Situation wenigstens zur Zeit sehr komfortabel zu sein: ich habe Arbeit in Hülle und Fülle, was heisst, dass ich die Umzugskosten usw. ganz gut habe wegstecken können. Darüber bin ich extrem froh, denn wer weiss, was die nächsten Jahre bringen. Doch mache ich mir darüber Gedanken, wenn es soweit ist. Wir wissen ja so wenig, schon die nächsten fünf Minuten liegen im Dunkel...
Viel Arbeit heisst aber auch, dass ich kaum dazu komme, meine Wohnung weiter einzurichten und alles fertig auszupacken. Es ist mir nicht sehr wohl dabei, aber hoffentlich geht es ab nächster Woche endlich wieder vorwärts, denn mein kleines Zimmer Südzimmer, das ich als Büro/Schlafzimmer benutzen will, sollte dann fertig werden. Morgen schleifen “mein” Handwerker Tom und ich den Parkettboden dort, der jetzt lückenlos ergänzt ist durch stilgerechte, neue Buchentäfelchen (Foto folgt). Natürlich heisst Schleifen viel Lärm und Staub, doch der nette Verkäufer im Eisenwarenladen hat mir die Staubmasken grad geschenkt, nachdem wir uns ein wenig über das Leben und die Welt unterhalten hatten. Hier nehmen sich die Leute gerne Zeit für einen Schwatz, das finde ich wunderbar.
Den geschliffenen Parkettboden will ich ölen; ich mag es nicht, wenn eine Lackschicht rumstinkt und das Holz am Atmen hindert. Daumen halten, dass alles klappt, denn am Donnerstag kommen definitiv die neuen Büchergestelle und ein Büromöbel auf Rollen, so dass ich meine Bücher fertig auspacken und den Arbeitsplatz einrichten kann.
Endlich habe ich mich auch für ein zweites Bett entschieden, so dass meine Wohnung hoffentlich bereit ist, wenn am 11.7. der erste Besuch, eine liebe Freundin aus der Schweiz, eintrifft. Darauf freue ich mich sehr; es wird spannend sein, mit ihr die Umgebung ein wenig ausführlicher zu erkunden.
Eine liebe Nachbarin hat mir den Gebrauch ihres Fahrrads zugesagt; das muss dann auch noch ein wenig auf Vorderfrau gebracht werden, sollte aber klappen.
Es ist sehr praktisch, hier ein Velo zu haben; ich jedenfalls bin extrem froh, dass ich meines mitgebracht habe. Langsam, langsam begreifen die Menschen auch hier, dass Schluss ist mit Autofahren für kurze und kürzeste Strecken. Der Preis für Benzin und Diesel ist ja so hoch, dass es wirklich durchschlägt aufs Budget, und so sieht man immer mehr Menschen auf dem Velo durchs Städtchen huschen.
Am eindrücklichsten sind für mich immer noch die FernstreckenradlerInnen. Letzten Mittwoch am frühen Nachmittag habe ich beim Coop unten in der Flussebene kurz mit einer jungen Frau aus Quebec City (Kanada) gesprochen, die zuerst quer durch Irland geradelt ist, dann per Fähre nach Islay (?). An dem Tag, als wir uns trafen, ist sie früh morgens per Fussgänger- und Velofähre von Islay nach Tayvallich übergesetzt und hat dann die rund 70 km lange Berg- und Talstrecke von dort unten bis hier nach Oban rauf zurück gelegt -- bei strömendem Regen, aber wenigstens fast ohne Wind. Sie war ganz durchnässt, sah aber strahlend gesund aus und voll "Pfupf".
Saturday, 14 June 2008
Ein paar visuelle Eindrücke
Hallo!
Letzte Woche hat mich in meiner Diele dieser Strauss von hängenden Blüten aus dem Garten begrüsst. Sie tränen allerdings ganz zuckrig – ich weiss nicht, ob ich nochmals einen Strauss schneiden will. Sie kommen von einer Staude, fast ein Gjätt, die einen hübschen Fuchsiabusch in die Zange nimmt. Ich werde da wohl ein wenig herausschneiden müssen.
Weiss jemand, wie diese Staude heisst? Ist sicher ziemlich ungesund...
Im Garten unten hat es eine Rabatte mit vielen Kräutern, unter anderem einen riesigen Busch mit blühender Salbei:
Im folgenden ein paar Eindrücke aus meiner neuen Wohnung. Die neuen Büchergestelle sind noch nicht eingetroffen, der Boden im Südzimmer ist noch nicht fertig, weil die Parkettfirma zuerst gefunden werden und das fehlende Stück in Sonderanfertigung herstellen musste -- es ist unterwegs -- nächste Woche sollte es vorwärts gehen, ...
... ich habe noch keinen Kleiderschrank -- längst ist noch nicht fertig ausgepackt, aber ich richte mich rund um die Bücherschachteln langsam ein, und ein paar Stellen sehen bereits fast wohnlich aus, zum Beispiel der bequeme Ohrensessel unter der Litho von Lilly Keller (Gri-Gri, 1983, Abzug 2 von 25), dem allerersten Bild, das ich ausgepackt habe, was ein reiner Zufall war, denn ich hatte die Bilder nicht angeschrieben:
Man beachte den Gasofen -- ein Original aus den 1960er Jahren -- sehr effizient, aber sowas von hässlich -- und nicht ganz ungefährlich! Doch werde ich vorsichtig sein und Brennbares auf sichere Distanz stellen, sobald ich heizen muss.
Das Sofa war schon in der Wohnung, wie auch zahlreiche andere Möbel. Es ist ein riesiger Dreisitzer, viel zu gross, zu klobig, zu weich, aber als Landeplatz für Bücherkisten grad richtig... ;)
Mein temporärer Arbeitsplatz. Inzwischen ist ein nigelnagelneuer Bürostuhl mit fast allen Schikanen eingetroffen, der Falttisch ins Südzimmer gezügelt, wo er als Esstisch dient (aber nicht mehr lange: ich hasse wacklige Tische), und die Aussicht hat sich auch verändert: im Strässchen wird gegraben, die Farben sind bunt:
Diese Foto widme ich meinem Vater -- Du würdest Dich freuen, denke ich!
Die Küche hat an der Wand über dem Küchentischchen zwei superpraktische Stahlrohrtablare, zu denen ich schöne S-Haken gekauft habe: jetzt ist der Platz gut ausgenützt und was ich oft brauche schnell zur Hand.
Ich wohne im Schachtelparadies -- einem Paradies für Schachteln, ...
aber die Bettecke ist sehr bequem, und ich schlafe ausgezeichnet -- wenn mich die lärmigen NachbarInnen schlafen lassen... ;)
Mein Bijou, das Südzimmer, wo ich arbeite (und auch schlafen werde, wenn Besuch kommt):
Nochmals zurück in den Garten: da lugt zwischen den Zaunlatten eine riesige Clematis herüber. Die Staude gehört in meinen Bereich, und ich fühle mich schon ganz territorial...
Daneben hats auch Geissblatt in verschiedenen Varianten und einen hübsch rosa blühenden, stachligen Busch -- eine Schwarzdornzüchtung?
Zum Schluss der Anfang: eine künstlerische Umsetzung eines nicht besonders erfreulichen Anblicks: in der Haustüre hat jemand eine Glasscheibe eingedrückt -- das muss zwischen meiner Besichtigung und meiner Ankunft geschehen sein. Natürlich weiss niemand, wer es war, weil die Verantwortlichen nicht für die Reparatur zahlen wollen.
Letzte Woche hat mich in meiner Diele dieser Strauss von hängenden Blüten aus dem Garten begrüsst. Sie tränen allerdings ganz zuckrig – ich weiss nicht, ob ich nochmals einen Strauss schneiden will. Sie kommen von einer Staude, fast ein Gjätt, die einen hübschen Fuchsiabusch in die Zange nimmt. Ich werde da wohl ein wenig herausschneiden müssen.
Weiss jemand, wie diese Staude heisst? Ist sicher ziemlich ungesund...
Im Garten unten hat es eine Rabatte mit vielen Kräutern, unter anderem einen riesigen Busch mit blühender Salbei:
Im folgenden ein paar Eindrücke aus meiner neuen Wohnung. Die neuen Büchergestelle sind noch nicht eingetroffen, der Boden im Südzimmer ist noch nicht fertig, weil die Parkettfirma zuerst gefunden werden und das fehlende Stück in Sonderanfertigung herstellen musste -- es ist unterwegs -- nächste Woche sollte es vorwärts gehen, ...
Man beachte den Gasofen -- ein Original aus den 1960er Jahren -- sehr effizient, aber sowas von hässlich -- und nicht ganz ungefährlich! Doch werde ich vorsichtig sein und Brennbares auf sichere Distanz stellen, sobald ich heizen muss.
Das Sofa war schon in der Wohnung, wie auch zahlreiche andere Möbel. Es ist ein riesiger Dreisitzer, viel zu gross, zu klobig, zu weich, aber als Landeplatz für Bücherkisten grad richtig... ;)
Mein temporärer Arbeitsplatz. Inzwischen ist ein nigelnagelneuer Bürostuhl mit fast allen Schikanen eingetroffen, der Falttisch ins Südzimmer gezügelt, wo er als Esstisch dient (aber nicht mehr lange: ich hasse wacklige Tische), und die Aussicht hat sich auch verändert: im Strässchen wird gegraben, die Farben sind bunt:Die Küche hat an der Wand über dem Küchentischchen zwei superpraktische Stahlrohrtablare, zu denen ich schöne S-Haken gekauft habe: jetzt ist der Platz gut ausgenützt und was ich oft brauche schnell zur Hand.
Ich wohne im Schachtelparadies -- einem Paradies für Schachteln, ...
aber die Bettecke ist sehr bequem, und ich schlafe ausgezeichnet -- wenn mich die lärmigen NachbarInnen schlafen lassen... ;)
Mein Bijou, das Südzimmer, wo ich arbeite (und auch schlafen werde, wenn Besuch kommt):
Nochmals zurück in den Garten: da lugt zwischen den Zaunlatten eine riesige Clematis herüber. Die Staude gehört in meinen Bereich, und ich fühle mich schon ganz territorial...
Daneben hats auch Geissblatt in verschiedenen Varianten und einen hübsch rosa blühenden, stachligen Busch -- eine Schwarzdornzüchtung?Zum Schluss der Anfang: eine künstlerische Umsetzung eines nicht besonders erfreulichen Anblicks: in der Haustüre hat jemand eine Glasscheibe eingedrückt -- das muss zwischen meiner Besichtigung und meiner Ankunft geschehen sein. Natürlich weiss niemand, wer es war, weil die Verantwortlichen nicht für die Reparatur zahlen wollen.
Thursday, 12 June 2008
Einleben in Schottland
Guten Tag, wieder einmal!
Bevor dieser Blog wegen Nichtgebrauchs vielleicht noch ausgeschaltet wird, endlich wieder Mal ein paar Gedanken.
Seit fünf Wochen bin ich ja jetzt in Oban, der schönen Pforte zu den Hebrideninseln an der schottischen Westküste. Viele meiner Bekannten finden, sie kämen mich ganz gerne mal besuchen, aber Schottland sei ja so kalt und nass. Nun, das von Regen und Kälte hat bis vorgestern ja überhaupt nicht gestimmt: in den fünf Wochen, die ich jetzt hier bin, hat es genau fünf Mal geregnet, und gestern — an einem der kälteren Tage — kam ich beim Rasenmähen an der Sonne ganz schön ins Schwitzen! Heute ist zwar eher kühl gemeldet, und am Dienstag habe ich die dicken Socken hervorgezogen, doch haben wir auch heute wieder Sonne, obschon jetzt grad ein paar Wolken aufziehen.
Das vom regnerischen Schottland ist überhaupt eher ein Klimamythos der Vergangenheit: Die Klimaerwärmung macht sich hier, wie in der Schweiz, extrem bemerkbar, und das Bisschen Regen der letzten paar Tage war hochwillkommen. Nie hätte ich gedacht, dass wir in Schottland über Trockenheit würden klagen müssen, aber das war in den letzten Wochen der Fall!
Meine Nachbarn sind die allermeisten extrem nett. Nur der von seinem Vater alleine aufgezogene Junge von unten ist in den schlimmsten Flegeljahren (und hat vielleicht auch ein Hyperaktivitätssyndrom). Er foutiert sich absolut um alles, was nicht er selber ist. Ist sehr interessant, mir selber dabei zuzugucken, wie ich damit umgehe. Von nett mich vorstellen und um Ruhe bitten übers Klopfen wie die Frau Meier in Mani Matters Lied bis zur Polizei morgens um zwei und um vier Uhr habe ich inzwischen das ganze Spektrum durchgespielt und schliesslich den lokalen Environmental Health Officer (Gemeindebeamter für Lärm- und Schmutzbekämpfung) eingeschaltet. Immerhin hat der bereits dafür gesorgt, dass zwei Türschliesser besser eingestellt worden sind, so dass die Türen im Parterre nicht mehr jedes Mal zuknallen, als ob ein Erdbeben durchs Haus führe und die Wände und Böden zittern. Die Leute (Vater und Sohn plus Freundin) sind zwar ganz nett, aber eher einfach gestrickt. Sie haben offensichtlich eine sehr dicke Haut und/oder sind schlicht schwerhörig! Und das Haus ist extrem hellhörig -- vor 75 Jahren wurden Sozialwohnungen gebaut, wo der Schallschutz überhaupt nicht beachtet wurde: es gibt keine doppelten Wände zwischen den Häusern; die Böden und Wände sind dünn; ich vermute auch, es hat direkte Verbindungen von Wohnung zu Wohnung (Leitungen, leere Stellen in den Mauern), denn ab und zu kriege ich sehr direkt mit, was in der Küche neben- oder untendran gekocht wird. Aber die Wohnung gefällt mir trotzdem, ist hell, geräumig, sehr, sehr praktisch gelegen (10 Fussminuten von allem, was mir wichtig ist: Hafen und Meer, Bahnhöfli, Busbahnhof; Läden, Banken, Coiffeur, Bibliothek, Pub...).
Ich versuche, die Nachtruhestörungen und alles mit Humor zu nehmen, was aber bei maximum zwei, drei Stunden ungestörtem Schlaf pro Nacht nicht immer ganz leicht ist. Aber ich habe auch schon sechs Stunden am Stück geschlafen, was in Bern kaum je der Fall war. Und so lebe ich nach dem Prinzip Hoffnung: Es wird immer besser und besser!
Denn wenn Ruhe herrscht im Haus, ist es paradiesisch — und so kann ich immer wieder auftanken und mich völlig erholen. Heute bin ich zum Beispiel gegen vier Uhr aufgewacht zum schönsten Vogelgezwitscher — mir völlig unbekannte Vogelstimmen -- und im Hintergrund das leise Glucksen des (sauberkeitsmässig gar nicht über alle Zweifel erhabenen) Bächleins, das unten am Garten (in einem hässlichen Betontrog) dem nahen Meer zufliesst.
Ein anderes Mal werde ich noch Fotos hochladen (die findet man übrigens schon jetzt auf http://mpj52.blogspot.com, doch ist dort der Kommentar halt auf englisch, und wenn man den Titel dieses Eintrags doppelt anklickt, kommt man auf die Website von Oban Tourismus, die gibts mehrsprachig). Jetzt muss ich unbedingt dringende Arbeiten erledigen, sonst werden meine KundInnen unruhig.
Mehr ein anderes Mal! Herzlichste Grüsse -- ich freue mich auf Rückmeldungen!
Bevor dieser Blog wegen Nichtgebrauchs vielleicht noch ausgeschaltet wird, endlich wieder Mal ein paar Gedanken.
Seit fünf Wochen bin ich ja jetzt in Oban, der schönen Pforte zu den Hebrideninseln an der schottischen Westküste. Viele meiner Bekannten finden, sie kämen mich ganz gerne mal besuchen, aber Schottland sei ja so kalt und nass. Nun, das von Regen und Kälte hat bis vorgestern ja überhaupt nicht gestimmt: in den fünf Wochen, die ich jetzt hier bin, hat es genau fünf Mal geregnet, und gestern — an einem der kälteren Tage — kam ich beim Rasenmähen an der Sonne ganz schön ins Schwitzen! Heute ist zwar eher kühl gemeldet, und am Dienstag habe ich die dicken Socken hervorgezogen, doch haben wir auch heute wieder Sonne, obschon jetzt grad ein paar Wolken aufziehen.
Das vom regnerischen Schottland ist überhaupt eher ein Klimamythos der Vergangenheit: Die Klimaerwärmung macht sich hier, wie in der Schweiz, extrem bemerkbar, und das Bisschen Regen der letzten paar Tage war hochwillkommen. Nie hätte ich gedacht, dass wir in Schottland über Trockenheit würden klagen müssen, aber das war in den letzten Wochen der Fall!
Meine Nachbarn sind die allermeisten extrem nett. Nur der von seinem Vater alleine aufgezogene Junge von unten ist in den schlimmsten Flegeljahren (und hat vielleicht auch ein Hyperaktivitätssyndrom). Er foutiert sich absolut um alles, was nicht er selber ist. Ist sehr interessant, mir selber dabei zuzugucken, wie ich damit umgehe. Von nett mich vorstellen und um Ruhe bitten übers Klopfen wie die Frau Meier in Mani Matters Lied bis zur Polizei morgens um zwei und um vier Uhr habe ich inzwischen das ganze Spektrum durchgespielt und schliesslich den lokalen Environmental Health Officer (Gemeindebeamter für Lärm- und Schmutzbekämpfung) eingeschaltet. Immerhin hat der bereits dafür gesorgt, dass zwei Türschliesser besser eingestellt worden sind, so dass die Türen im Parterre nicht mehr jedes Mal zuknallen, als ob ein Erdbeben durchs Haus führe und die Wände und Böden zittern. Die Leute (Vater und Sohn plus Freundin) sind zwar ganz nett, aber eher einfach gestrickt. Sie haben offensichtlich eine sehr dicke Haut und/oder sind schlicht schwerhörig! Und das Haus ist extrem hellhörig -- vor 75 Jahren wurden Sozialwohnungen gebaut, wo der Schallschutz überhaupt nicht beachtet wurde: es gibt keine doppelten Wände zwischen den Häusern; die Böden und Wände sind dünn; ich vermute auch, es hat direkte Verbindungen von Wohnung zu Wohnung (Leitungen, leere Stellen in den Mauern), denn ab und zu kriege ich sehr direkt mit, was in der Küche neben- oder untendran gekocht wird. Aber die Wohnung gefällt mir trotzdem, ist hell, geräumig, sehr, sehr praktisch gelegen (10 Fussminuten von allem, was mir wichtig ist: Hafen und Meer, Bahnhöfli, Busbahnhof; Läden, Banken, Coiffeur, Bibliothek, Pub...).
Ich versuche, die Nachtruhestörungen und alles mit Humor zu nehmen, was aber bei maximum zwei, drei Stunden ungestörtem Schlaf pro Nacht nicht immer ganz leicht ist. Aber ich habe auch schon sechs Stunden am Stück geschlafen, was in Bern kaum je der Fall war. Und so lebe ich nach dem Prinzip Hoffnung: Es wird immer besser und besser!
Denn wenn Ruhe herrscht im Haus, ist es paradiesisch — und so kann ich immer wieder auftanken und mich völlig erholen. Heute bin ich zum Beispiel gegen vier Uhr aufgewacht zum schönsten Vogelgezwitscher — mir völlig unbekannte Vogelstimmen -- und im Hintergrund das leise Glucksen des (sauberkeitsmässig gar nicht über alle Zweifel erhabenen) Bächleins, das unten am Garten (in einem hässlichen Betontrog) dem nahen Meer zufliesst.
Ein anderes Mal werde ich noch Fotos hochladen (die findet man übrigens schon jetzt auf http://mpj52.blogspot.com, doch ist dort der Kommentar halt auf englisch, und wenn man den Titel dieses Eintrags doppelt anklickt, kommt man auf die Website von Oban Tourismus, die gibts mehrsprachig). Jetzt muss ich unbedingt dringende Arbeiten erledigen, sonst werden meine KundInnen unruhig.
Mehr ein anderes Mal! Herzlichste Grüsse -- ich freue mich auf Rückmeldungen!
Labels:
Nachbarn,
Oban,
Prinzip Hoffnung,
Schottland
Wednesday, 26 March 2008
Friedenmarsch in Bern, 24.3.08
Zwar bin ich am Organisieren wie verrückt, weil ich demnächst nach Schottland auswandere, aber die Teilnahme am diesjährigen Ostermarsch wollte ich mir nicht nehmen lassen, trotz Kälte und Wind und Schnee. Die Sonne haben wir aber auch gesehen!
Der Friede scheint zu schwächeln...
Subscribe to:
Posts (Atom)